Shift Happens, Bluelectric Edition

Alle (halben) Jahre wieder stelle ich Veränderungen fest in meiner Herangehensweise an die eigenen Workflows und die Werkzeuge, die ich dafür nutze. Das ist grundsätzlich nicht falsch, auch wenn die Häufigkeit dieser Veränderungen auf eine gewisse fortdauernde Unzufriedenheit mit dem jeweiligen Status Quo schließen lässt. Die Veränderungen haben ihren Grund aber auch darin, dass sich die äußeren Bedingungen ändern.
 
Soweit die Vorrede – jetzt zum eigentlichen Inhalt. Nach der öffentlichen Versenkung meines Internet-Telefons und im Zusammenhang mit Software-Tests und gemeinschaftlicher GTD-Lektüre habe ich mich entschlossen, (zumindest für das nächste halbe Jahr, kicher) meine Arbeit wieder verstärkt in the cloud anzusiedeln.
 
Das hat einige Entscheidungen zur Folge, die mich selbst erstaunen:

  • Verstärktes Arbeiten im Browser – bedingt unter anderem durch den Verlust des iPhones, bin ich nicht mehr so auf Apples Mail-Applikation auf dem Handy fixiert, worunter auch die Affinität zum Mail-Client auf dem heimischen Mac zu leiden hat. Darüber hinaus ist mir schon vor dem o.a. Verlust aufgefallen, dass auch der Web-Zugang zu GMail auf dem iPhone sehr praktikabel ist – gut zu wissen, wenn es denn mal einen Ersatz für das Flutenopfer gibt.
  • Daraus ergibt sich auch Back to Gmail – schon interessant, dass ich in der derzeitigen politischen Stimmungslage meine Nachrichten lieber einem im Ausland befindlichen, kommerziell orientierten Unternehmen anvertraue, als sie im Inland auf meinen eigenen Geräten zu verwalten.
  • Weiterhin spricht für den Wechsel zurück, dass GMail die flexibelste mir bekannte Mailverwaltung auf einem Server bietet, den man nicht selbst administriert.
  • Und schließlich ist GnuPG-Verschlüsselung für Webmail zu meiner Freude inzwischen kein Problem mehr, weil sich auch FireGPG, ein GnuPG-Plugin für Firefox und GMail, seit meinem letzten prüfenden Blick enorm weiterentwickelt hat.
  • Womit auch der erneute Wechsel zum Firefox als Standardbrowser abgehakt wäre.

Aha.
 
Und was war mit dem Genöle von vor einem halben (oder auch dreiviertel) Jahr über die böse Datenkrake, der ich nichts mehr anvertrauen wollte, weshalb ich lieber einen teuren Bezahldienst zur Selbstverwaltung nützen würde?

  1. Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern?
  2. MobileMe ist eben doch längst nicht so brauchbar wie GMail und GCalendar, und mit der Mac-Welt synchronisieren lassen sich die beiden inzwischen fast ebenso leicht.
  3. Wer jetzt keine Lust mehr hat, mir vertrauliches per Mail mitzuteilen, weil ja Google mitliest, ist herzlich eingeladen, sich mit GnuPG vertraut zu machen, meinen GPG-Schlüssel herunterzuladen und künftig verschlüsselt mit mir zu mailen.

Und wie ich mich kenne, wird die Geschichte in einem halben Jahr fortgesetzt.

Via email von Bluelectric ePost