Samstägliche Midleifkreisis

Es ist Samstag, der 17. Februar 2001. Seit (Moment… „run: calc“) fünf Monaten und 24 Tagen bin ich 42 Jahre alt. Seit fünf Monaten und 25 Tagen trage ich zumindest zum Lesen und Arbeiten eine Brille, weil ich vor fünf Monaten und 26 Tagen bemerken musste, dass ich das (aber auch arg eng gedruckte amerikanische) Fernsehprogramm auf Armeslänge von mir weghalten musste, um herauszufinden, dass doch nur Dreck in der Glotze kommt.

Wobei ich es beim Erlebnisberichte-Austausch mit mitteleuropäischen Brillenträgern aller Altersklassen immer wieder bemerkenswert finde, dass ich in diesem Lande eines Abends feststellen kann, dass ich eine Brille brauche, und 18 Stunden später schon eine passende Brille habe. Aber das nur nebenbei.

Das mit der Lese- und Arbeitsbrille kann ich ja verknusen. Kein Problem. 42 Jahre? Absolut durchschnittliches Alter für die erste Lesebrille.

Was mich heute aber fertigmacht: Dass das manchmal längliche, von mir aber im übrigen sehr verehrte SofaBlog der Herrschaften Praschl & Co. (derzeitiger Praschl-Lieblingssatz: Wir unterhielten uns mit einer Frau, die aussah, als hätte ihr Mann sie sieben Jahre lang mit einer älteren betrogen) aber schon so saumässig kleine Fonts einsetzt, dass ich sogar vor dem Computerbildschirm, vor dem ich sonst nicht unbedingt eine Brille brauche (siehe oft genug das Webcam-Bildchen), angestrengt durch meine ebenso schicke wie von der Versicherung bezahlte Luxottica linse, um noch was mitzubekommen.

Oder sollte das eher eine Frage der Intellenz sein?

Ich meine: Die Frage stellt sich doch bei einem, der seine optische Unzulänglichkeit durch brand conscience kompensieren muss, oder?