Salon, .com-los

Gerade eben, eher spät in Nacht und Schnee, von einer mir neuartigen Veranstaltung zurückgekommen: einem musikalisch-literarischen Salon.

Ja, wir befinden uns im 21. Jahrhundert und im nicht immer bis ins letzte literarischen oder auch musikalischen Berlin. Umso sympathischer altmodisch kam mir die Idee vor, ein paar Musiker, ein paar Schauspieler und ein paar Schreiber zusammenzuholen, jedem ca. fünf Minuten zu geben und danach über das Vorgestellte, ob nun fremd oder eigen, neu oder gebraucht zu reden.

Quasi die eigene Samstagabendshow.

Um es kurz zu machen: Es war besser als eine Show: lehrreicher als Heidenreich, engagierter als Harald Schmidt (OK, das ist inzwischen auch keine Kunst mehr) und länger als Kuhlenkampff in seinen besten Zeiten – auch wenn ihr junges Gemüse keine Ahnung habt, wer das nun wieder gewesen sein soll.

Schön, wenn man Menschen kennt, die Menschen kennen, die was können, und diese Menschen dann zuerst zusammen- und dann dazu bringen, sich zu produzieren. Ohne Netz (DSL down…) oder doppelten Dings. Boden.

Da ist es fast nur noch am Rande überraschend, dass diese ein wenig altmodische Idee in dieser Stadt offensichtlich lebendiger ist, als ich ihr zugetraut hätte: manche betreiben ihre ganz privaten Salons schon auf halbkommerzieller Ebene.

Und unsereiner schleicht durch die Stadt und merkt nix.