rpTEN – Am dritten Tag…

Am dritten Tag aber geschah es, dass ich mich (so weit) an meinen ursprünglichen Plan hielt und das hier ganz schnell schreiben muss, denn gerade fängt ein Panel an, das eigentlich in meinem Plan steht, zu dem ich aber jetzt doch nicht gehe, weshalb diese Einleitung schon mal so was von obsolet ist. Egal.

100% transparente Zuhörer
100% transparente Zuhörer

Wer früh genug da ist, kann Transparenz wunderbar visualisieren (s. Symbolbild). Wer pünktlich da war, konnte zumindest noch den STATE OF THE OPEN im deutschsprachigen Raum kennenlernen, also den Stand der Zugänglichkeit von Daten, die eigentlich öffentlich sein sollten. Vier Bundesländer ohne Informationsfreiheitsgesetzt, drei mit einem Transparenzgesetz, der Rest mit mehr oder weniger funktionierenden IFGs. Fazit: Es ist nicht ganz schlecht, aber es gibt noch viel zu tun. Huh.

Weiß der Geier, warum mich das interessiert. Beruflich habe ich (derzeit) mit dem Wälzen öffentlicher Unterlagen weniger zu tun, und privat stellt der Stand der Dinge InDULa kein übermäßiges Aufregerpotenzial dar. Vielleicht gerade deshalb, weil ich die Sache etwas ruhiger angehen wollte?

Was auch immer. Die zweite r:p-Stunde des Tages habe ich damit verbracht, mehr über HERDING TROLLS, LEGITIMATELY: THE ETHICS OF ONLINE COMMUNITY MANAGEMENT (komisch, gestern ließen sich die Links noch ohne lästige Großschreibung kopieren) zu lernen. Der Hintergrund hier: Übermorgen, am Brückentag, der keiner für mich ist, werde ich wieder im Büro sitzen und u.a. YouTube-Kommentare zu den Videos meines Arbeitgebers moderieren. Nun sind YouTube-Kommentare gerne unterirdisch, und da mein Arbeitgeber auch kommentarträchtige Themen nicht meidet, kann ich an solchen Tagen mit einer reichlichen Dosis von Antisemitismus, Sexismus und allgemein gefährlicher Doofheit rechnen.

Das r:p-Panel sprach über technische Lösungen (Sperrlisten etc.: unzureichend), regulatorische Lösungen (Netiquette: unzureichend), Lösungen, die eine Beschäftigung mit der community erfordern (aktive Diskussionsleitung: unbezahlbar). Und ich kam nicht so richtig mit, weil ich immer wieder bei der Frage in meinem Kopf hängen blieb, ob der (YouTube-kommentierende) Mensch tatsächlich so böse, wahlweise strunzdumm, ist, wie er sich darstellt, wenn ich YT-Schicht habe.

Keine Antwort. Auch am Brückentag erwarte ich keine und werde wieder seufzend zum Löschknopf tendieren.