Reiseblog

Man kann das Leben auch in vollen Flügen genießen, stellt der Alte Depp fest, und wer ihn vor wenigen Stunden im Schweinsgalopp durch den Flughafen Schiphol hat galoppieren sehen (hoffentlich niemand, der mich kennt!), um den Flug nach Washington noch zu erwischen (Flug erwischt, und das Gepäck hat es auch noch geschafft), wird Sätze wie „Der Weg ist das Ziel“ mit wieherndem Gelächter quittieren.

Jetzt also wieder hier. Im (Leih-)Auto die Strecken abgefahren, die ich fast acht Jahre im eigenen bevölkert habe. Wieder Namen wie Ourisman im Autoradio gehört (großer Autohändler hier in der Gegend), wieder die Washington Post in der Early Sunday Edition als Bettlektüre bereitgelegt.

Eigentlich ist alles wie damals, als mir diese Gegend mein Zuhause war. Erstaunlich unverändert, die Nachbarschaft; nur das Haus, in der die Tochter ihre ersten Lebensjahre verbracht hat, ist jetzt mit einer Art gelber Plastikfarbe gestrichen. Aber im Weißen Haus (keine Plastikfarbe!) regiert immer noch der selbe Mann und macht immer noch mehr oder weniger die selbe Politik. Aber seine Präsidentschaft ist älter geworden, sein Krieg, das kriegführende wie das bekriegte Land und die Menschen darin, und der Berichterstatter an dieser Stelle auch.

Eben doch anders. Wäre ja auch noch schöner, wenn wir uns in den letzten Jahren nicht weiterentwickelt hätten.