Red vs. Blue

Arizona, California, Florida, Indiana, Missouri, Ohio – diese mehr oder weniger schönen und interessanten US-Staaten sind Salon’s shameful six, die Staaten, in denen nach Ansicht der Redaktion des linksliberalen Salon.com die kommenden US-Zwischenwahlen, den midterm elections (Exkurs: Alle vier Jahre wird der Präsident gewählt, aber alle zwei Jahre das gesamte Repräsentantenhaus und jeweils ein Drittel des Senates) rechtmäßig, aber nicht unbedingt gerecht entschieden werden. Die sechs erwähnten Staaten haben strikte, z.T. brandneue Wahlgesetze, und Demokraten befürchten, dass diese vor allem zu Lasten ihrer Wählerschaft ausgelegt werden, sprich: dass demokratische Wähler von der Wahl abgehalten werden, republikanische aber nicht.

Arriving in Arizona in January from Kansas City, weakened by four heart attacks and degenerative disk disease, Steele, 57, discovered that without a birth certificate she can’t register to vote. Under a draconian new Arizona law that supposedly targets illegal immigrants, she needs proof of citizenship and a state-issued driver’s license or photo I.D. to register.

Die weitgehende (innen-)politische Selbständigkeit der 50 US-Bundesstaaten, die auf unserer Seite des Atlantik oft gar nicht wahrgenommen wird, hat ihre Folgen: Jeder Staat kann sich die Wahlgesetzgebung, auch die für bundesweite Wahlen, so zurechschneidern, wie es ihm – bzw. der in dem jeweiligen Staat mehrheitlich herrschenden Partei – in den Kram passt. Dazu kommt eine verwirrende Vielfalt an Regelungen für das Melderecht, die es in ihrer Lockerheit ohnehin schwermachen, festzustellen, wer nun eigentlich wahlberechtigt ist und wer nicht. Und so kommt es, dass ausgerechnet das Wahl-Recht viele an sich Wahlberechtigte ihr Wahlrecht kosten kann.