Preposterous, postposterous…

Stammleser dieses, soweit nicht an Zusammenfassungen interessiert, dürfen gleich wieder weglesen. Meine neverending Suche nach der idealen Blogform nebst dito Blogsystem geht weiter, und seit einigen Tagen spielt auch Posterous eine tumblnde Rolle in dem Spiel.

Aber eins nach dem anderen. Schon seit einem dreiviertel Jahr finde ich Tumble-Logs hochinteressant.

Es klingt nur so, als habe [tumblelogging] etwas mit “tumb” zu tun, ist in Wahrheit aber Bloggen auf Speed, Weblog für die mit der kurzen Aufmerksamkeitsspanne. […] Dort fliegen die Netzfetzen. Weitgehend unbeobachtet, wie mir die Trackerzahlen verraten, aber spannender, weil schneller, roher, direkter.

Seit einem dreiviertel Jahr nicht etwa, weil es vorher keine Tumblelogs gegeben hätte, sondern weil ich – wie viele andere – damals die ersten überzeugenden technischen Plattformen dafür entdeckt habe.

Die Kurzform, die ich auch schon als Web für die mit der kurzen Aufmerksamkeitsspanne verspottet habe, ist eben nicht the next big thing, sondern eher another thing, possibly big.

Also habe ich damals mit tumblr.com und soup.io herumgespielt, kurzfristig Nebendomains (technisch gerne Sub-Domains genannt, aber dann doch irgendwie daneben) eröffnet und betrieben, beide Systeme für die Leichtigkeit des Postens mittels Bookmark bewundert und für ihre Möglichkeit geschätzt, Netzaktivitäten auch anderswo einzusammeln und so das Tumblelog mit dem Lifestream zu verknüpfen – und dann wieder bleibengelassen, weil es irgendwie nicht konsistent war.

Das Tumblen habe ich hierher, zu bluelectric.org umgezogen, weil WordPress es ansatzweise auch anbot, und weil ich es so unter der „Dachmarke“ bluelectric mit dem eigentlichen Weblog zusammenbringen konnte. Und ein Lifestream hat in meiner bescheidenen Auffassung mit einem Tumblelog nicht unbedingt was zu tun und sollte, wenn überhaupt, separat laufen. So weit, so Gehöft (Schobert & Black).

Zwischendurch, im letzten Juni, war mir auch Posterous aufgefallen, wenn auch nur als „noch so’n Tumbledings“, das sich vor allem dadurch auszeichnete, dass man alle möglichen Medien (Text, Bild, Ton, Video) per Mail posten konnte. Account angelegt, zwei Fotos hingeschickt, vergessen.

Jetzt habe ich eher zufällig Posterous wiederentdeckt. Immer noch lassen sich alle möglichen Medien per Mail posten (na und?), inzwischen gibt es auch ein Bookmarklet ähnlich dem von Tumblr (na und?), immer noch gibt es nur ein einziges, minimalistisches Seitendesign – was die Kreativität einschränkt, den Kreativen aber auch vor geschmacklichen Entgleisungen schützt.

Warum also bin ich diesmal von Posterous so begeistert, dass ich es sogar zur Postingmaschine für die – seit neuestem so heißende – Rubrik „ePost“ gemacht habe? Genau dieses: Posterous sammelt die Inhalte nicht nur auf einer eigenen Seite (die man übrigens wie eine Tumblr- oder Soup-Seite mit einer eigenen Subdomain maskieren kann), sondern leitet sie auch bereitwillig weiter – z.B. hierher.

Und damit hatte ich die Möglichkeit, mein Imperium neu zu ordnen: in die volle Dröhnung mit Themenartikeln, Lifestream, Linkschleudern, Tumbling, was nicht noch alles, und in die Roadsterversion, minimalistisch, ohne Ballast (wie diesen Artikel, kicher) und schnell. Und gerade weil mir das Minimalistische, Schnelle liegt, bin ich froh über Posterous und the best of both worlds, das es mir bietet.

Tipp für unzufriedene Alt- und ratlose Neublogger: Posterous ausprobieren!