Praktizierter Datenschutz

Nachklapp zum heutigen Mittagsrant, in dem ich jeden zum Verantwortlichen für seine eigenen Daten erklärt habe: Auf die Frage der Drogeriefachkassendame nach meiner Postleitzahl habe ich vor wenigen Minuten nicht, wie es naheliegend wäre, geantwortet, wozu zum Henker sie das wissen müsse – denn die Drogeriefachkassendame interessiert meine Postleitzahl persönlich einen nassen Schmutz; sie wird nur von unmenschlichen Drogeriediktatoren dazu gezwungen, mich das zu fragen.

Stattdessen habe ich ihr, die mich durchaus kennt, weil ich da öfter vorbeikomme, nonchalant geantwortet:

22041

…wie in „Falls Church, VA, 22041„, wo ich mich von 1996 bis 2003 sehr zuhause gefühlt habe. Und ebenso nonchalant hat sie diese Zahl, die nie im Leben eine Berliner Postleitzahl ist, in das drogeriediktatorische System eingegeben, und die Sache hatte sich.

Und weil ich in den USA unter anderem gelernt habe to give back to society, stelle ich diese Idee hiermit in die public domain, und jeder darf künftig, wenn er nach seiner Postleitzahl gefragt wird, stolz mit „22041“ antworten. Man könnte es „umgekehrtes Guerilla-Marketing“ nennen.