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Von wegen Abenteuer!

Da nahm ich also all meinen Mut zusammen und postete am letzten Freitag folgendes auf Twitter (Screenshot wg. Eurodatenschutz - wer draufklickt, landet beim echten Tweet und hat all seine Daten verkauft):

Ich gehe auf eine große, abenteuerliche Reise. Sie heißt 'Rufnummernmitnahme'.

Ich hatte das schon einmal gemacht, und der Umzug der Nummer erforderte, bis es letztlich doch nicht klappte, mehrere telefonische und Mail-Kontaktaufnahmen mit dem Techniksupport beider Anbieter - was umso komischer war, als dass beide Anbieter Anschlüsse im Netz des selben Betreibers verkauften. Die Sache war so traumatisch, dass ich seither Mobilfunknummern als Verschleißartikel ansah; sollten doch die Menschen um mich herum regelmäßig ihre Adressbücher aktualisieren.

Nicht mehr. Meine derzeitige Nummer ist mir ein wenig ans Herz gewachsen, u.a. weil ich sie mir merken kann.

Die verlorene PIN

Nun weiß ich von Freunden, dass mein bisheriger Mobilfunkanbieter es seinen Kunden nicht ganz leicht macht, zu gehen, geschweige denn, die Nummer mitzunehmen.

Die Vertragskündigung muss der Kunde dort über die Webseite einleiten, was schon deshalb schwierig ist, weil sie, die Kündigung, nicht groß und offensichtlich verlinkt ist. Erst eine Suche nach “Kündigung” erbringt einen Link zu einem Formular, mit dem man seinen Kündigungswunsch kundtun kann.

Wer nun glaubt, damit sei die Sache erledigt, irrt. Das Formular sorgt nämlich nur für die Vormerkung der Vertragskündigung, die man dann noch innerhalb von zehn Werktagen durch einen Anruf beim Kundendienst bestätigen muss, andernfalls die Kündigung verfällt. Bei diesem Anruf, so wird man noch gewarnt, würde der Kundendienstmensch nach einer persönlichen PIN fragen - zur Legitimation.

Persönliche PIN? Ja, die auf der Auftragsbestätigung steht, die man damals irgendwann im letzten Jahrtausend beim Vertragsabschluss bekommen hat.

Genau. Diese Auftragsbestätigung fand ich natürlich nicht in den Ordnern, in denen ich mein Leben in den Griff zu bekommen versuche. Und natürlich ist diese PIN nirgendwo sonst zu finden, schon gar nicht online in meinen Kundendaten.

Mache ich also, was jeder ausgefuchste Netzbürger unserer Zeit machen würde: Ich schreibe einen Brief, lege dar, was ich will (Kündigung und Rufnummernmitnahme), und bitte um die Zusendung einer Kopie der verdammten Auftragsbestätigung.

Die Geschichte von A und B

Zuerst: Nichts. Keine Mail, kein Brief, kein Pieps, kein Pups.

Und dann ging alles ganz schnell: Am 24. Mai schickt mir mein bisheriger Anbieter - nennen wir ihn A - eine Mail mit dem Inhalt, die Rufnummer sei zur Mitnahme freigegeben. Ich bleibe misstrauisch und warte ab.

Am 31. Mai dann kommt die Mail von A, dass meine Kündigung fristgerecht wirksam würde - ganz ohne Vormerkung, Anruf beim Kundendienst, und ganz ohne die verdammte PIN.

Nun besteht Handlungsbedarf. Bestellung bei Anbieter B (weil A ja schon besetzt ist) am 31. Mai. Bestellbestätigung am gleichen Tag. Bestätigungs-SMSen von A und B am 1. Juni, dass die Rufnummer am 12. Juni umgeschaltet würde. Und heute, am 4. Juni, war die neue SIM-Karte von B in der Post.

Jetzt muss nur noch am Dienstag der kommenden Woche die Nummer tatsächlich umgeschaltet sein, dann… dann… ja dann weiß ich auch nicht mehr.

Update am 12. Juni:

Jetzt weiß ich, wie im letzten Absatz angekündigt, auch nicht mehr: Der Umstieg hat geklappt, und Anbieter B hat die Nummer und den Dienst von Anbieter A übernommen. Einfach so.