K[journ]

Konstantin Klein

Irgendwie doch ein Blog. Oder so.

4 Minuten

Eines der must haves in meinem Leben ist inzwischen die To-Do-Liste - nicht einmal, weil ich wirklich so waaahnsinnig viel zu tun hätte, sondern weil besagtes Leben inzwischen neben den nicht so waaahnsinnig vielen anderen Dingen auch einige Routinedinge aufweist, die ich vor lauter Routine zu vergessen drohe, was im Falle von Betablockern, Blutdruck- und Cholesterinsenkern nicht so gut ist, wenn man sie nicht nimmt. Echt jetzt.

Wie hier beschrieben, war die Liste meiner Wahl zuletzt (ahem!) Microsoft To Do, der mehr oder weniger legitime Abkömmling der berühmten Wunderlist, die gerade in dieser Woche endgültig vom Netz genommen wurde. Mit MS To Do war ich, was die Funktionen angeht, zufrieden, nicht aber mit dem Drumherum.

Ich habe grundsätzlich nicht einmal was dagegen, Daten auf Servern von Großkonzernen zu lagern, und traue auch Microsoft eher als, sagen wir: meiner (nicht existierenden) Tante Erika zu, auf meine Daten aufzupassen. Was mir an To Do dagegen nicht gepasst hat: Ich wusste und weiss bis heute nicht, wie meine To Dos gelagert werden: im Klartext, verschlüsselt mit einem Schlüssel, den auch Microsoft hat, oder komplett verschlüsselt.

Auftritt Joplin

Nicht erst jetzt hatte ich mich daran erinnert, dass der Nachbar aus Neukölln vor einiger Zeit etwas über eine Alternative zu Evernote mit dem musikalischen Namen Joplin geschrieben hatte. Nun brauche ich eigentlich keine Alternative zu Evernote bzw. bin schlicht zu unorganisiert, um große Datenmengen selbst zu verwalten. Zum gestrigen Ende von Wunderlist aber erschien eine Liste von sechs brauchbaren Wunderlist-Alternativen, auf der zu meiner Überraschung auch Joplin stand.

Natürlich! Joplin speichert Notizen nicht nur in Markdown, also in dem Format, in dem ich auch dieses Blog schreibe, sondern kann auch To-Do-Formate - nicht so klar wie Wunderlist, nicht so komfortabel wie das von mir schon lange geschätzte, etwas nerdige Remember the milk, dafür aber mindestens so datenschutzkonform (nein, viel mehr sogar) als die in Deutschland gehostete und erst kürzlich von mir entdeckte Zenkit To Do-Liste.

“Mindestens so datenschutzkonform” deshalb, weil Joplin-Notizen verschlüsselt auf einem Server der eigenen Wahl abgelegt (und von dort mit anderen Joplin-Instanzen auf Windows, MacOS, Linux, Android, iOS synchronisiert) werden.

joplin

Dieses Bild zeigt, wie ich mir die To-Do-Liste eingerichtet habe (berufliche To-Dos sind verschwurbelt, weil sie, nun ja, beruflich sind, diese Seiten hier aber nicht): Für jeden Wochentag gibt es eine Vorlage mit an diesem Wochentag wiederkehrenden Tasks, für in der Zukunft liegende Tasks ohne Wiederholung gibt es eine Notiz mit Erinnerungen, und für jeden Kalendertag kopiere ich die Standardtasks des betreffenden Wochenendes in eine neue To-Do-Notiz. Das geht natürlich längst nicht so wunderbar automatisch wie bei den bereits erwähnten gehosteten Listen, dafür aber mit ein wenig Anlegen, Copy&Paste und hinterher auch wieder Löschen genau so, wie ich es will.

Das Bild zeigt die vier Arbeitsbereiche, die Joplin auf dem Desktop hat, die man aber auch bei Nichtgebrauch ausblenden kann:

  • Ganz links ist eine Liste aller angelegten “Notizbücher” und evtl. vergebener Schlagwörter; das dient dazu, dass nicht alle Notizen auf einem Haufen liegen.
  • Die zweite Spalte zeigt die Notizen eines Notizbuches an, hier also die To Dos.
  • In der dritten Spalte befindet sich der Editor, in dem die Notiz in Markdown geschrieben wird - das muss man lernen, kann es aber schnell.
  • Und ganz rechts wird die Notiz so dargestellt, wie sie dann auch in der mobilen Ansicht zuerst angezeigt wird - incl. der Kästchen, mit denen man einzelne Tasks abhaken kann.

Joplin kann noch viel mehr: Dateien an Notizen anhängen, die dann ebenfalls verschlüsselt werden, Notizen untereinander verlinken, Notizen suchen, Notizen versionieren (was bei einer To Do-Liste eher unnötig ist), was nicht alles… Was es nicht kann: Erinnerungen an Tasks verschicken. Werde ich mich also daran gewöhnen müssen, aktiv nachzugucken. Das kann ich mir dann ja auch als tägliches To Do aufschreiben.

Das Zweitschönste an Joplin ist: Es ist Open-Source-Software. Und das Allerschönste ist: Vielleicht bringt Joplin in seiner etwas maschinenhaften Anmutung und mit seinen Möglichkeiten mich ja doch so weit, dass ich nicht nur Tasks damit verwalte, sondern wirklich größere Datenmengen.

(Falls sich jemand Sorgen wg. des Artikelbildes macht: Es zeigt den Versuch meines damaligen Autos, den Urlaub 2012 durch eine kaputte Dieselpumpe zu ruinieren. Ruiniert war dank eines Münchner Schraubertalents dann nur ein Wochenende.)

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