Grüße vom inneren Paranoiker

Irgendwie, irgendwo, irgendwann habe ich so den Eindruck, als ob sich derzeit eine Menge Leute über WhatsApp aufregen (Vorsicht, Twitter-Link!). Nicht, dass topics, die auf Twitter ein paar Stunden oder Tage trending sind, deshalb automatisch auch Relevanz haben (das haben uns die Trumps und Gerademalebennichtganz-Trumps aller Länder gründlich versaut!), aber seit der Einführung neuer Geschäftsbedingungen, die auch in Europa das Weitergeben bisher nicht weitergegebener Daten erlauben oder auch nicht erlauben, wer weiß das schon? Wo war ich? Ach ja, seit der Einführung neuer Geschäftsbedingungen löschen die Menschen scharenweise WhatsApp von ihren Funkbläken (doch, das geht™), wechseln zu sicheren Messengern und sorgen dabei für leichte bis mittlere Beben in deren Infrastruktur (noch ein Twitter-Link). Angefeuert werden sie dabei von Menschen, die Ahnung von der Sache haben.

Unsereiner, also vor allem ich, lehne mich in diesen Zeiten entspannt zurück und würde, rauchte ich denn noch, mir ein Pfeifchen anzünden. WhatsApp ist schon vor langer Zeit aus meiner kleinen digitalen Welt verschwunden, ebenso wie alle anderen Produkte aus dem Hause Facebook – zusammen mit, ich geb’s zu, der einen oder anderen Bekanntschaft, die Facebook und WhatsApp für alternativlos hielten. Stattdessen habe ich (siehe Artikelbild) die – wirklich nicht so – neuen Trendmessenger Signal und Threema im Einsatz und merke tatsächlich, dass immer mehr aus meiner Kontaktliste auch dort als erreichbar auftauchen. Welcome to the Pleasuredome!

Was auf dem Artikelbild und auf dem ganzen dahinter liegenden Handy nicht zu finden ist, ist Telegram – sorry, zuviele Nazis dort. Was seit heute wieder drauf ist, ist Wire: Das ist zwar etwa vor einem Jahr bei Sicherheitstaliban unangenehm aufgefallen, als es den Unternehmenssitz aus der Schweiz in die USA verlegte – was aber Quatsch ist, weil auch Signal dort zuhause ist. Was ich bei den ersten Schritten mit Wire allerdingsbums sofort gemerkt habe: Aus meiner Welt scheint das nur einer zu nutzen oder zwei.

Dock, Dock!

Was aber beim näheren Betrachten des Artikelbildes (was, noch näher?) auffallen könnte: Was auf meinem Phone im Dock ist – und was nicht.

Ich weiß ja nicht, wie Sie das halten, will es im Grunde auch gar nicht wissen. Auf meinen Shmartphones sind ganz unten, in bequemer Daumenpatschnähe, immer die am meisten genutzten Kommunikationsmöglichkeiten untergebracht – also aktuell die schon angesprochenen Messenger. Nicht dort zuhause sind (i)Messages (weil ich offenbar überwiegend oder fast ausschließlich Android-Nutzer kenne, die das wiederum nicht kennen), FaceTime (wozu, bitte, braucht man das im Jahr 2021 nochmal?) und die – Telefon-App.

Denn einerseits habe ich von meiner Tochter gelernt, dass man im 21. Jahrhundert nur noch im Notfall telefoniert; umgekehrt habe ich ihr aber auch beibringen könnten, dass Sprachnachrichten, selbst wenn sie via Signal kommen, nicht zu jeder Zeit und schon gar nicht während eines Meetings abgehört werden können (das war vor dem März 2020). Und andererseits – und das hat jetzt überhaupt nichts mit der im Titel angesprochenen Sicherheitsparanoia zu tun – telefoniere ich inzwischen überwiegend nicht mehr über das Mobilfunknetz, sondern mit satellite, einem VoIP-Produkt und dito App des VoIP-Anbieters SIPgate. Warum?

Vielleicht, weil satellite selbst in der Bezahlversion nur knappe fünf Euronen kostet. Vielleicht, weil die Voicemail erheblich zuverlässiger ist als die meines Mobilfunkdealers und noch dazu gleich ein Transcript der hinterlassenen Nachricht liefert. Vielleicht, weil es in der Bezahlversion (und angeblich bald auch in der kostenlosen, auf 100 Minuten/Monat beschränkten) die Möglichkeit gibt, die Erreichbarkeit manuell oder zeitgesteuert zu verändern. Vielleicht, weil Anrufe in viele Länder außerhalb der EU ohne Extrakosten möglich sind. Vielleicht, weil satellite, anders als ein Messenger, über eine ganz normale Mobilfunknummer erreichbar ist. Oder vielleicht auch deshalb, weil sich satellite ein freundliches Startup-Image verpasst hat.

Eigentlich egal. Wichtig ist vor allem: Löschen Sie WhatsApp! Oder lassen Sie es von mir aus bleiben.

8 Kommentare

  • Peter van I.

    Interesting read, thank you!

    Threema recently published a messenger comparison: https://threema.ch/en/messenger-comparison that should best be read together with the related comments here: https://news.ycombinator.com/item?id=25744837

    iMessage had some bad press recently: https://twitter.com/dhh/status/1349620868234829824

    I’m extremely interested in ’satellite‘ but sadly it’s for German residents only AFAICT. Bugger!

  • Peter van I.

    Apologies for hijacking these comments!

    Just in case WhatsApp users are reluctant to go ‚cold turkey‘ here’s a way to let your contacts know why:
    https://teddit.net/r/signal/comments/kwovyz/whatsapp_status_to_convince_your_family_friends/

    By following the instructions your status will show a series of slides, like these (German language):
    https://imgbox.com/g/6cGzvJ7JbQ

    • Peter van I.

      Since I cannot edit my comments I’m using this route.

      From the ‚related comments‘ link in my 1st comment: https://www.securemessagingapps.com/
      BTW, those ‚related comments‘ are worth browsing 😉

      • To edit comments, commenters would have to have an account with this WordPress installation and be logged in. For Datenschutz reasons, I don’t offer this option. So, sorry.

        Peter van I. glaubt mir nicht alles und schlägt ein WP-Plugin vor, das die Bearbeitung eines Kommentars bis zu fünf Minuten (oder auch länger) erlaubt. Dann testen wir das halt mal…

        • Peter van I.

          Comment edit testing

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          Conclusion: it works!

          Thank you!