Umbau

Grübelgrübel und studier

Hinweis: Der echte Kracher dieses Textes kommt weiter unten, kurz vor den Kommentaren…

Never touch a running system.

Never touch a running system!

Ja doch. Zum letzten Mal habe ich diesen Satz hier zitiert – und verletzt. Und an dieser Stelle habe ich – gar nicht lange her – mehr oder weniger offiziell verkündet, dass ich es doch wieder tun werde – einfach, damit in meinem Urlaub was passiert ich nicht jedesmal, wenn ich diese Seiten füttern will, ich einen ganz bestimmten Rechner abstauben starten muss, auf dem diese Hugo-Installation nun mal zuhause ist. Stattdessen möchte ich auch, wie a.a.O. behauptet, vom iPad aus bloggen können. Weil es geht™ – bzw. eben gerade (noch) nicht.

Nun ja. Die Absicht habe ich vor elf Tagen verkündet, und seitdem ist nicht viel passiert. Man hat schließlich Urlaub. Aber zwei Möglichkeiten habe ich mir in dieser Zeit schon mal überlegt:

  • Ich bleibe bei Hugo, weil never touch usw., ziehe aber alles um auf meinen ollen Github-Account, auf dem ich vor sechs Jahren schon mal herumexperimentiert habe, damals mit Octopress, und letztlich nicht erfolgreich. Sobald es dort ist, verknüpfe ich es mit Forestry (mit einem herzlichen Dank an den Stammkommentator, der mich darauf aufmerksam gemacht hat!), das mich mit einem ferngesteuerten Hugo auf meine Daten zugreifen lässt – also im Browser. Und dann muss ich nur noch diese Seiten als Github Pages hosten, und alles ist in Butter.
  • Oder… ich steige wieder – Achtungachtung! – auf WordPress um, aber nicht in aller Öffentlichkeit, sondern nur im Heimnetz, blogge dort – nee, hier! – fröhlich vor mich hin, exportiere alles als statische Seiten und lade den Kladderadatsch dann auf meinen treuen Server hoch, der auch Ihnen gerade diese Seiten serviert hat.

Beides hat so seine Nachteile. Für Lösung No. 1 muss ich mich erst in das ganze Githubpagesgedöns einfrickeln, das mir – ich geb’s zu – ein wenig Ehrfurcht einjagt. Und für die andere Lösung muss ich eine WordPress-Seite bauen, die mir auch gefällt, dann alle Inhalte Stück für Stück rübertragen, weil es keine umfassende Importlösung gibt (und ich keine Lust habe, den Kram direkt in die Datenbank zu kippen, was bei meiner Nicht-Übung auch seine Zeit dauern würde) – und dann hätte ich immer noch die Aufgabe, jedesmal auf das gute olle (S)FTP zurückzugreifen, um alles auf den Server zu packen.

Wenn ich mir das jetzt so angucke… dann werde ich mich wohl in die steile Lernkurve von Lösung No. 1 hineinlegen müssen. Oder auch nicht, und ich mache etwas für mich eher Untypisches: Ich lasse das System zur Abwechslung mal in Frieden und blogge weiter mit meinem lokalen Hugo. So wie jetzt gerade.

Nachtrag: Am liebsten wäre mir ja eine Lösung, wie sie ausgerechnet Blogger (muss ich das jetzt verlinken?) 2006 oder 2007 anbot: Der Mensch schrieb auf blogger.com, gehostet wurde das Produkt aber automatisch als statische Seiten via FTP auf einem Server der eigenen Wahl. Sogar eine Kommentarfunktion gab es da, natürlich über die Blogger-Infrastruktur und mit einer automatischen Aktualisierung der Seite via FTP. Aber wer sich schon damals Sorgen um seine Daten machte, musste die Kommentarfunktion einfach nicht nutzen. Leider hat Google diese Option dichtgemacht und erlaubt nur noch das Hosting auf Blogger-Domains.

Nachtrag, mehr als sechs Stunden später, also mitten in der Nacht: Es lebe das T&R-Prinzip! Mit Trial und einer ganzen Menge Error habe ich inzwischen zwei Dinge erreicht, leider aber nicht zusammen:

Ich habe eine Kopie dieser Seiten erfolgreich auf meinem Github-Account veröffentlicht; unter konstantinklein.github.io ist der Stand von heute Nachmittag zu sehen, also mit dem ersten Nachtrag, aber nicht dem, den Sie gerade lesen. Auf diese Seiten könnte ich meine Domain umleiten – wenn ich wirklich wollte. Der Nachteil bei dieser Lösung: Die Seiten kämen dann zwar von Github, würden aber immer noch von meinem ollen Linux-Laptop verwaltet.

Und dann habe ich das bereits erwähnte Forestry mit einer weiteren Kopie dieser Seiten bekannt gemacht; bis auf ein Layout-Snippet, das Forestry einfach nicht finden will (und deshalb das Rendern aller Seiten verweigert), habe ich alle Inhalte und Bilder in Forestry importieren und im Browser verwalten können. Und bin dann gegen eine Mauer gelaufen, denn genauso wie der Hugo-Workflow zur Erzeugung und Aktualisierung von Github-Seiten (siehe vorheriger Absatz) will auch Forestry nicht etwa überall hin publizieren, sondern wieder nur auf eine begrenzte Anzahl von Optionen, die allesamt in den USA zuhause sind. Das könnte Ihnen und mir wurscht sein, weil diese Seiten ausser den Abrufstatistiken ohnehin keine Nutzerdaten erfassen – aber irgendwie wäre es schon schön, wenn ich zu den Erfolgen des Abends noch einen Workflow in Richtung meines treuen Servers in Berlin dazustricken könnte. Sollte mir das gelingen, gibt es eine Riesen-Linkschleuder zu all den Quellen, die mir dabei geholfen haben.

Das ist aber ein Thema für wenn’s wieder hell ist. Und wie ich mich kenne, werde ich heute Nacht von all dem Kram träumen. Vermutlich schlecht.

Nachtrag, am Morgen späten Vormittag danach: Mit einem kräftigen Rumms! ist das Projekt gegen die Wand gefahren. Denn als ich die folgenden Kommentare in diese Seite einarbeiten wollte, ließ mich mein Laptop – auf dem das Blog ja zuhause ist – wissen, dass fünf Jahre aus seiner Sicht genug sind, und startete einfach nicht mehr. Ich glaube, dass es ein Hardware-Problem ist, weil nach dem Druck auf den Einschaltknopf überhaupt nichts passiert, doch ob sich die Reparatur eines Billig-Laptops noch lohnt, ist die Frage. Bloß gut, dass ich die Quelldateien für diese Seiten manuell in der Cloud gesichert habe und jetzt mit Hugo auf dem Windows-Desktop weitermachen kann.

Kommentare

Armin Hanisch hat auf Twitter geantwortet (aus den bekannten Datenschutzgründen nicht eingebettet, sondern verlinkt und zitiert):

Also ich blogge vom iPad aus (und vom PC) und habe immer noch Hugo und nein, keine githjb Pages. Markdown Editor und git (Working Copy auf dem iPad). Klappt!

Das ist schön, wenn auch die Beschreibung, wie er das macht, offenbar nicht in die 280 Zeichen eines Maximal-Tweets passt.

Und dann meldete sich Ralf G. aus K. per Mail und schrieb:

[…] ich weiß ja nicht, wie üppig Dein Paket bei Strato ist, das Dein Blog ins Internetz „servt“. Ein Paket mit ssh-Zugang würde Dein Problem lösen.

Genau das ist mein Problem. Weil ich nur ein Blog betreibe und die statischen Seiten nur minimale Ansprüche an einen Webserver stellen, habe ich entsprechend ein minimales Hosting-Paket. ssh? Schön wärs!

Ich habe ja ein ähnliches Problem, nur dass es bei mir mehrere Jekyll-Installationen sind. Das habe ich gelöst, indem ich Jekyll auch auf dem Server installiert habe und alles per Git-Repo abgleiche. Sitze ich an meinem Stammrechner, schreibe ich Zeugs, publiziere es und check es ins Git ein. Bin ich mal mit anderem Endgerät unterwegs, logge ich mich per ssh ein, aktualisiere vom Git-Repo und publiziere direkt vom Server aus.

Werde ich mich also mal umgucken, ob ich meinen Account in dieser Hinsicht upgraden kann. Hugo auf dem Server wird damit aber nicht machbar sein, weil Hugo in Go geschrieben ist, einer Sprache, die Strato auf shared hosting-Accounts derzeit nicht anbietet.

Die Katastrophe des heutigen Morgens hat mich auf jeden Fall davon überzeugt, dass

  1. ein Backup Leben retten kann (auch wenn es nur das Leben des Blogs ist), und
  2. es dringend Zeit wird, sich von der Lösung „ein Blog auf einer Maschine“ zu verabschieden.

Puh!