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Ein 1a Schreibgerät

Ein Text zu den Gerätschaften, mit denen ich (nicht nur) hier arbeite. Hier habe ich schon erwähnt, dass ich die Texte dieser Seiten, die Hugo als Markdown-Dateien erwartet, mit dem Schreibprogramm iA Writer verfasse. Der iA Writer ist kein Editor in dem Sinne, dass er möglichst viele verschiedene Programmier-, Skript- oder Auszeichnungssprachen beim Schreiben und Bearbeiten farblich hervorheben kann und so die Arbeit z.B. beim Programmieren unglaublich erleichtert. (Andererseits: In diesem Sinne ist auch das olle Windows Notepad kein Editor, sondern codegewordener Kopfschmerz.)

Der iA Writer gehört vielmehr in die Abteilung der distraction-free writing-Anwendungen, der Programme, die den Prozess des Schreibens durch eine möglichst aufgeräumte, man könnte auch sagen: leere Oberfläche unterstützen. Und er kann nur eine einzige Sprache: MarkDown.

Der iA Writer bei der Arbeit

Der Screenshot, zur besseren Übersichtlichkeit diesmal nicht künstlerisch wertvoll eingefärbt, zeigt die beiden Fenster der Windows-Version des iA Writer. Das linke ist das Arbeitsfenster - distraction-free, bis man mit der Maus an den oberen Rand des Fensters kommt und die Windows-übliche Menuzeile erscheint. Dort sehen wir - nach den Kopfzeilen, die Hugo für jeden Beitrag und jede Seite verlangt, und die eben so auszusehen haben - die ersten Absätze dieses Textes. Und wir sehen sofort den Vorteil (für Skeptiker: die Haupteigenschaft) von MarkDown: Das Markup, das eine Website nun mal für die Darstellung von Text und Bild braucht, ist hier auf ein Minimum reduziert: Die Kombo aus eckigen und runden Klammern für einen Hyperlink, Sternchen für die Hervorhebung durch Kursiv- oder Fettschrift etc. Und der Text bleibt lesbar.

Im rechten Feld zeigt der iA Writer, wie zumindest der Text in einer fertigen Website dargestellt wird, und wo die Bilder hinkommen; die Bilder selbst kann die Vorschau nicht darstellen, aber wie die aussehen, weiß ich ja schon.

Und warum nochmal Markdown?

Jünger von WordPress und anderen Systemen mit eingebauten WYSIWYG-Editoren fragen sich: Wozu überhaupt die Mühe? Meine Antwort: Weil sowohl die schicken Mini-Words in WordPress und Co. wie auch Hugo letztendlich nichts als pures und hoffentlich sauberes HTML herausschreiben. Hugo speichert die Texte jedoch (vor dem Herausschreiben in HTML) als einfache Textdateien im MarkDown-Format, womit sie für das menschliche Auge lesbar und - MarkDown hat sich zu einem de-facto-Standard entwickelt - für jedes andere CMS oder jeden anderen Seitengeneratoren verwendbar bleiben. Wenn also Hugo eines Tages nicht mehr weiterentwickelt wird, oder wenn einfach etwas besseres des Weges kommt, nehme ich meine MarkDown-Dateien, füttere das neue System damit und habe - voilá - eine neue Seite mit den alten Inhalten.

(Mehr zur Frage “Warum Markdown?” gibt es hier.)

Dann also MarkDown. Aber warum iA Writer?

Gute Frage. Hat u.a. damit zu tun, dass ich gerne auf all meinen Geräten mit den gleichen Tools arbeite. Und den iA Writer gibt es für MacOS, iOS, Android und - in einer etwas abgespeckten Version - für Windows. Letztere kann nicht alles, was die anderen können - was aber alle können, ist:

  • Textdateien im .md-Format erzeugen und bearbeiten
  • Texte als HTML-Dateien exportieren
  • Texte als PDFs exportieren
  • und die Nicht-Windows-Versionen können sogar einen Export nach MS Word.

Die iOS- und Android-Ausgaben kosten eine Handvoll Dollar (iOS derzeit: US-$ 4,99), die Windows-Ausgabe wollte bisher von mir kein Geld, vielleicht, weil sie noch einen etwas unausgewachsenen Eindruck macht.

Natürlich könnte ich meine Texte auch mit einem “richtigen” Editor schreiben (dazu demnächst mehr) oder sogar - grusel! - mit Notepad, aber die ablenkungsfreie Schreiboberfläche und der leicht lesbare MarkDown-Quelltext haben mich überzeugt.