Plötzliche Erkenntnis

Während drei Fernsehreporter sich auf der schlammigen Wiese gegenüber der russischen Botschaft in Washington auf der Suche nach dem geheimnisvollen Spionagetunnel lächerlich machen…

während die USA bang den Gesundheitszustand des Vizepräsidenten verfolgen, weil alle wissen: Wenn Richard Cheney nicht mehr kann, übernimmt George W. Bush die Amtsgeschäfte…

während an einer High School in Kalifornien sich wieder einmal erweist, wie gut und wirkungsvoll die Waffengesetze dieses Landes sind…

…fällt mir doch ein, wo der Ausdruck „Ostpiefkei“ denn nun wirklich herkommt.

Ich zitiere Harry Rowohlt, „Um die Mitte des Tages“, erschienen in „Pooh’s Corner II“, Zürich 1997, erster Absatz:

„A Kummererkraxn¹ aus der Ostpiefkei².“ Das war seine erste Reaktion³. Doch dann hatte er sich wieder gefangen.

¹ wienerisch: Kommunistenauto
² wienerisch: DDR
³ also praktisch ein Trabi

Zugegeben, der Herzens-Ire und real existierende Hamburger Harry Rowohlt ist nicht wirklich Wiener, aber er wird schon wissen, worüber er schreibt.

Und dann überrascht mich noch der Journalisten-Verband Berlin mit der Schlagzeile des Jahresrückblicks 2000 (den ich aus wirklich nicht erfindlichen Gründen erst heute bekommen habe), so enthalten auf der Titelseite des Verbandsorgans Wort, Bild & Ton:

„Journalismus ist kein Moorhuhnschiessen“

Warum erfahre ich das erst jetzt??