Ossi-Bär, die Geografie und die Geschichte

Wir zitieren die Netzeitung:

55 Jahre sind eine lange Zeit und haben aus Sicht vieler Politiker zu einem Vergessen an den ersten Aufstand gegen die Regierung der DDR geführt. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) etwa forderte in der «Märkischen Oderzeitung», einen Platz nach dem 17. Juni 1953 zu benennen.

Ach ja. Dass es in Berlin schon ziemlich lange eine ebenso lange „Straße des 17. Juni“ gibt, hat der Bundestagsvizepräsident (vom Satiremagazin Titanic einstmals „Ossi-Bär“ getauft) wohl übersehen – wohl, weil sie westlich des Brandenburger Tors liegt.

Es sei «sinnvoll, dieses Gedenken zu lokalisieren», zumal die Zeitzeugen langsam ausstürben, sagte er.

Wie wirkungsvoll solche Gedenkstraßennamen sind, lässt sich daran erkennen, dass vor 1989 viele den 17. Juni für den Tag hielten, an dem zum ersten Mal auf der gleichnamigen Straße ein Flohmarkt stattfand. Oder so.

Er betonte, das Datum dürfe nicht aus dem Gedächtnis gelöscht werden. Thierse mahnte gleichzeitig, Vorurteile gegen Ostdeutsche abzubauen: «Man sollte auch lernen, dass in diesem östlichen Teil Deutschlands nicht nur Menschen gelebt haben, die feige und unterwürfig waren, sondern dass es da auch viel Mut gegeben hat», sagte Thierse.

Und Thierse sollte lernen, dass es InDULa im Jahr 2008 schon eine ganze Reihe Menschen gibt, die eben nicht mehr in den von ihm zitierten Kategorien denken. Doch, doch.

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