Online-Spiele

Herrschaften, können wir reflexhaftes Google-Bashing mal für fünf Minuten einstellen? Gut.

Also, die Sache ist so. Man muss nicht alles glauben, was einem an buzzwords um die Ohren gehauen wird. Man muss auch nicht die bereits viel und oft gelesene Behauptung glauben, dass Anwendungen wie Textverarbeitung oder Tabellenkalkulationen schon bald nur noch im Netz residieren, immer auf dem neuesten Stand sind, alle (wesentlichen) Funktionen teurer Desktop-Office-Suiten übernehmen und dabei auch nichts kosten (gerade schreibt die New York Times mal wieder was Ähnliches).

Man, also ich, sollte sich die Sache aber doch mal angucken. Und das ist, was ich derzeit mache.

Das beispielhafte Angebot: Google Text & Tabellen, was als (deutscher) Titel schon nicht mehr ausreicht, seit auch eine Präsdentationsanwendung (für Microsofties: PowerPoint!) dazugekommen ist. Der Client: Mein treuer Mac, eine schnelle (reale 14,5 Mb/sec) DSL-Leitung, Camino als Ort der Handlung (für Microsofties: das ist ein Firefox speziell für Mackies!).

Well, I’m impressed, um es kurz zu fassen.

Ich bin kein echter Power-User von productivity software. Ich bin froh, wenn mir meine Excel-Formeln nicht um die Ohren fliegen, und wenn Word mit den Änderungen, die ich in einem OpenOffice-Dokument gemacht hat, nicht beleidigt abraucht. Ich formatiere nicht bis zum Gehtnichtmehr, schreibe keine Bücher (warum eigentlich nicht?), und Präsentationen baue ich (übrigens lieber in Keynote oder OpenOffice Impress als in PowerPoint) vor allem deshalb, weil andere sowas immer noch für die beste Art halten, einen Punkt zu machen.

Ein echter Durchschnittsuser also.

Und als solcher bin ich mit den grundlegenden Funktionen, die Online-Anwendungen bieten, ausreichend gut bedient. Doch, wirklich: Was zu tun ist, kann ich im Zweifelsfall auch in einem Google-Dokument erledigen; die Leitung ist schnell genug, und der ganze Scripte-Zauber hinter den Kulissen hält mich auch nicht wesentlich auf. Was aber alle mir bekannten Office-Suiten bisher den von Google aufgewirbelten Staub fressen lässt, ist die Möglichkeit, mit mehreren Mitmenschen gleichzeitig an einem Dokument zu arbeiten. Was SubEthaEdit-Nutzern bekannt ist, ist im Büroalltag nur ein feuchter Traum, der durch das fleißige Hin- und Herschicken von Word-Dokumenten mit eingeschalteter Änderungsmarkierung nur unzureichend gelebt wird.

Und das alles für umme. Man könnte vom Glauben abfallen.

Bloß gut, dass mir meine Geheimniskrämerei verbietet, arbeitsbezogene Dokumente im halböffentlichen Bereich zu speichern und zu bearbeiten. So nutze ich Googles Anwendungen vorerst nur testweise und komme nicht in Gewissens- und andere Konflikte, die mit Google-Bashing und seinen Anhängern zu tun haben.

Stay tuned.