Once upon a Time…

Wo wir schon am Erzählen von damals sind… Jörg erinnert sich, behält die Erinnerungen aber für sich:

Ich erlebe grade mit, wie jemand zum erste mal im Leben einen Browser öffnet, „www“ eintippt und dann einen ersten Blick ins Internetz wirft. Krass. Kann mich noch genau erinnern, wann und wo ich das gemacht hab und wie sich das angefühlt hat.

Christian erinnert sich – und gibt Details bekannt:

Also, erst AOL starten. Gespannt den drei sich aufbauenden Bildchen zugucken, während das Modem verzweifelt versuchte den gleichen Ton wie das gegenüber zu pfeifen.

Das Pfeifen wurde stabil – ich war das erste mal “drinâ€?.

Was die beiden können, kann ich auch, selbst wenn es schon verdamp lang her ist und das Gedächtnis schon ein wenig schwächelt.

Mein erstes Mal in irgendeinem Netz außer dem des Arbeitgebers war im Herbst 1992, in etwas, was damals als Datex-J bekannt war. Im Starterpaket, das übrigens von einer Firma kam, die auch heute noch gut im Geschäft ist, fand sich auch eine Werbe-CD eines anderen Online-Dienstes. So wurde CompuServe rasch zuerst mein zweiter, dann mein wichtigster Online-Zugang – schon damals mit einer IM-ähnlichen Chat-Funktion. Chat-Themen: die aktuellen Spiele-Downloads und, nun, sagen wir: Beziehungsbezogenes.

Und dann kam mein erstes Experiment mit einem alternativen Betriebssystem – das muss so 1994/1995 gewesen sein. Das Betriebssystem kam von IBM, und für vergleichsweise wenig Geld bekam ich von ebendemselben Konzern meinen ersten echten Internet-Zugang, incl Dialer (auch das war damals nichts Böses), echter Emailadresse @ibm.net (schade, dass ich kaum jemand kannte, der auch sowas hatte), Gopher-Client und einem Pre-Netscape-Browser, der aber immerhin schon Bilder darstellen konnte. Für die Hardware gab ich nochmal richtig viel Geld aus, fast 300 Mark (ja, Kinder, es gab einen Euro vor dem Euro!) für ein 14.400 bps-Modem, das mit Hayes-Kommandos zur Arbeit geprügelt werden musste.

Wenn es dann aber arbeitete („piep, pfeif, furz, röchel, piep!“), dann kam die weite Welt in 16 Farben auf den 640×480-Bildschirm. Zu meinen ersten Bookmarks gehörte das Angebot der taz, das damals noch nicht unter der eigenen Domain zu finden war, sondern unter der irgendeines Rechenzentrums. Zu lesen gab es ein bis drei Artikel pro Ausgabe, die wahrscheinlich noch manuell abgetippt und ins Netz gestellt werden mussten, sowie den täglichen Tom.

Was mir damals am WWW wie an den Angeboten von Datex-J und CompuServe auffiel: Es war doch alles arg begrenzt in Umfang wie Buntheit. Und ich dachte mir, dass schon arg viel Gewese gemacht würde um diese sogenannten Neue Medien.