O Gott, Herr Präsident!

Vorsicht – ungute Stimmung heute. Die Stimmung hat mit der Wende zu tun, die dieses Land (= US of A) zur Zeit, und eben nicht erst seit der Wahl, nimmt: eine Wende hin zum Fundamentalismus. Aktueller Anlass ist die Teilnahme des neuen Präsidenten am sogenannten National Prayer Breakfast, also einem Nationalen Betfrühstück. Dass Bush der Jüngere daran teilnimmt, ist allerdings nicht eine seiner zahlreichen Verbeugungen in Richtung Christliche Rechte, sondern eine Tradition unter amerikanischen Präsidenten. Auch Bill „Monica“ Clinton ist schliesslich ein Southern Baptist und betet gerne, häufig und notfalls auch öffentlich; privat dürften vor allem seine Auseinandersetzungen mit seinem Gott über das Privatleben des William Jefferson C. sein.

Aber ich schweife ab. Fundamentalismus in den USA. Die Einbeziehung von religiösen Institutionen in das US-Sozialsystem, wie von George jr. geplant. Die mit religiösem Eifer und gelegentlichen Mordanschlägen geführten Diskussionen um Abtreibung, Schulgebet und Todesstrafe. Und die immer noch in der Verfassung verankerte Trennung von Kirche und Staat – was irgendwie mit dem Rest des Absatzes nicht zusammenpasst; ein Widerspruch, der inzwischen mehr und mehr Menschen, und nicht nur Demokraten, Sorgen macht.

Als während Wahlkampf und Wahlnachkampf immer wieder von den unterstellten intellektuellen Defiziten des republikanischen Kandidaten die Rede war, habe ich meistens geantwortet: „Dieses Land ist so grossartig – es hat schon ganz andere Präsidenten überlebt.“ Und während inzwischen schon die lautesten Kritiker zurückrudern und sich darüber wundern, dass Bush jr. tatsächlich so etwas wie Politik macht, stehe ich grundsätzlich zu meiner Aussage.

Ich finde es nur ein wenig beunruhigend, dass sich in Sachen religiösem Eifer die USA gelegentlich wenig von Ländern wie Israel oder dem Iran unterscheidet.

Egal. Ich arbeite an einer Neukonzeption von WorldWideKlein. Die Verbreitung von weblogs und die vielen freundlichen Links auf meine Seiten lassen mich darüber nachdenken, die InterNotizen in den Vordergrund zu rücken, mit ebenso freundlichen Rücklinks zu ergänzen und darüber hinaus auch etwas zum Thema „Sicherheit im Internet“ zu entwickeln. Weil das aber alles eine neue Site-Struktur erfordert, und weil Mac-User immer noch Probleme mit einigen Links haben, habe ich mich für den Komplettumbau entschieden. Bookmarks müssen aber nicht geändert werden; die Dateinamen und Verzeichnisstruktur bleiben so gleich wie möglich. Versprochen!