Noch’n Mail-Wiedergänger

Irgendwie sind diese Woche hier Mailfestspiele oder so. Und das hier ist so etwas wie ein Nachtrag zu dem mit Absicht rätselhaft betitelten Text „Mail-Pfluftl“ über ein Uralt-Mailprogramm, das, seinem Entwickler sei Dank, nicht totzukriegen ist.

Beim Schreiben dieses Textes habe ich routinemäßig auch in älteren Postings nachgesehen und bin dabei auf einen Kurztext aus dem Jahr 2015 gekommen, in dem ich von Mailpile, einem bis dahin hoffnungsvollen Kandidaten für ein sicheres Mailprogramm, das noch dazu aus Island kommen sollte, Abschied nahm. Unter anderem, weil der Chefentwickler heiratete.

Nun sind Mailprogramme auf meinem Desktop inzwischen – auch, weil einer ihrer Vorteile, die Unterstützung von PGP-Verschlüsselung nämlich, auf dröhnendes Desinteresse in der Nutzergemeinde stößt – ziemlich old school; hier läuft Webmail, und gut is‘.

Trotzdem freute ich mich insgeheim, als ich heute, sechseinhalb Jahre später, ganz zufällig Mailpile wieder fand. Es existiert noch, wurde inzwischen mehr oder weniger fertig entwickelt, und auch der verheiratete Entwickler ist noch mit dabei.

Zwei Dinge jedoch halten mich davon ab, Mailpile auszuprobieren, auch wenn es in den Screenshots sehr schick aussieht. Einerseits ist die PGP-Integration, die schon 2015 einer der Gründe für die Atempause in der Entwicklung war, offenbar immer noch nicht fertig. Und andererseits gibt es derzeit nur Linux-Pakete zum Downloaden; die Pakete für MacOS und Windows werden derzeit überarbeitet.

Und ja: Ich habe derzeit keine funktionierende Linuxbüchse.

4 Gedanken zu „Noch’n Mail-Wiedergänger“

    • Noch so’n Urgestein…

      Da der Trend wohl nicht nur bei mir zur Webmail geht, gibt es (außer unter Linux, aber da kann ich aus den erwähnten Gründen derzeit nicht so hingucken) nur wenige neue(re) Mailprogramme. Eines, das mir grundsätzlich gefallen hat (und auch PGP beherrscht) ist der eMClient (https://de.emclient.com/) für MacOS und Windows.

      • Bisher habe ich leider keinen Webclient gefunden der auch komfortabel mehrere Mailboxes oder Konten unterstützt. Somit wird bei mir der Desktopclient immer ein wichtiges Tool bleiben.

        • Ein Webclient, der das ganz gut macht, ist ausgerechnet der von GMail. Der sammelt nicht nur die Mail von anderen Konten ein (bzw. man leitet die Mail von dort nach GMail um), sondern erlaubt auch, Mail nicht nur mit der Adresse des anderen Kontos zu verschicken, sondern auch über den SMTP-Server des anderen Kontos. Die Mail kommt dann nicht von GMail, sondern von welchem Server auch immer.

          Aber die gesamte Mail läuft auf diese Weise irgendwann mal über Google-Infrastruktur.

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