No Mail Today

Die Lokalzeitung (für Neuleser: so nenne ich an dieser Stelle jene Zeitung, die für fast acht Jahre tatsächlich die Lokalzeitung meines damaligen Heimatortes war) macht Schlagzeilen mit einer Geschichte über den E-Mail-Bankrott amerikanischer User. Zum besseren Verständnis: Bankruptcy ist im amerikanischen Zivilrecht nichts sonderlich Endgültiges, sondern oft ein geschäftlicher Neuanfang mit leeren Konten, aber auch minimiertem Verlust (für den Schuldner).

Wilson announced he was giving up on responding to all the e-mail piled up in his inbox.

„I am so far behind on e-mail that I am declaring bankruptcy,“ he wrote. „If you’ve sent me an e-mail (and you aren’t my wife, partner, or colleague), you might want to send it again. I am starting over.“

Und weil die Geschichte ihre Kreise zieht, und weil ein Old Fart® nie die Gelegenheit vorübergehen lässt, sowas zu sagen, soll auch hier stehen: been there, done that (etwa: alles schon mal dagewesen).

Ich erinnere mich, im Jahr 2003 die völlig verspamte Adresse konstantin at worldwideklein.com (kann jeder Spam-Bot haben – unter dieser Adresse läuft nix mehr!) zugemacht zu haben, einen kleinen Kreis von Auserwählten von der neuen Adresse informiert und den Rest dem spröden Charme meines Kontaktformulars in Kombination mit Google überlassen zu haben. Gleiches passierte zwei Jahre später, als ich alle Mailboxen unter worldwideklein.com dichtmachte und auf große Mail-Anbieter umstieg. Und jetzt bin ich sehr vorsichtig, wem ich meine aktuelle(n) Adresse(n) gebe, und nutze fleissig die Dienste eines Herstellers von Einwegadressen (dessen Produkt übrigens durchaus nicht einweg sind, sondern bis zu fünfzehn Mal benutzbar ist, was gerade bei zeitweise bestehenden Mailbeziehungen gar nicht schlecht ist). Spamaufkommen: in erträglichen Grenzen (= nahe Null).

Und Sie bzw. Ihr? Auch schon mal Mailbankrott angemeldet? Und wenn ja, wie oft?

Ich frag ja nur.