Nine Eleven

Seit fünf Minuten haben wir den 11. September 2010. In fünf Stunden und 55 Minuten beginnt an der Ostküste meiner temporären Heimat der gleiche 11. September. Und weniger als neun Stunden später jährt sich zum neunten Mal das Ereignis, das seither von Radikalen aller Richtungen und Einflusskategorien für ihre Zwecke missbraucht wird, zuletzt von einem verrückten Sektierer in Florida.

Auch an diesem 11. September wird es mehr oder weniger kluge, mehr oder weniger nützliche Reden geben, Artikel, Kommentare. Es wird weihevolle Momente geben und hasserfüllte.

Von diesem offiziellen 11. September will ich nichts wissen. Ich werde meine eigenen Gedanken denken, werde meine Bilder vom 11. September vor Augen haben (und die Fernsehbilder immer im Hintergrund), werde an die zerstörten Leben denken, und daran, wie die Stadt, die mal meine zweite Heimat war, über diesen Tag hinwegzukommen versucht und es doch nicht schafft.  Für mich wird es ein stiller Tag werden.

Und ich werde an den Satz denken, den meine damalige Frau zwei, drei Tage nach dem 11. September 2001 zu mir sagte: „Sie haben unser Amerika kaputtgemacht.“

Nicht nur das.