Nichts zu verbergen?

Im Zeitalter der Vorratsdatenspeicherung wird der Mensch hellhörig, wann immer es um den so nicht vorhergesehenen und schon gar nicht beabsichtigten Gebrauch von Daten geht. Entsprechend hellhörig las ich (OK, die Bilder sind feiertagsgemäß nicht ganz sauber…), wie die New York Times anhand der nicht ganz neue Geschichte der High-School-Lehrerin Stacy Snyder aus Pennsylvania beleuchtet, wie unbedachte Online-Aktivitäten einem die Karriere ruinieren können.

Obwohl: So unbedacht war es wohl gar nicht, als Ms. Synder ein Foto vom Maskenball auf ihre MySpace-Seite packte. Sie konnte sich wohl nur nicht vorstellen, dass ein Bild von ihr im Piratenkostüm, komplett mit Plastikbecher und Unterschrift „Drunken pirate“ schließlich zu ihrer Kündigung führen konnte – auch wenn das Arbeitsverhältnis auch sonst nicht so ganz unbelastet gewesen zu sein scheint.

Im Schutze unseres Arbeitsrechts können Arbeitnehmer induLa („in diesem unseren Lande“) solche Geschichten (noch) mit wohligem Schauer lesen. Aber das ändert nichts daran, dass das Argument „Ich habe ja nichts zu verbergen“, das Befürworter der Vorratsdatenspeicherung oder solche, denen die Sache wurscht ist, schon lange ungültig geworden ist.

Am Eingang zum Internet sollte künftig eine riesengroße Warntafel stehen:

Sie werden darauf hingewiesen, dass alles, was Sie hier tun oder nicht tun, gegen Sie verwendet werden kann. Am besten, Sie nehmen sich gleich einen Anwalt, oder Sie gehen ganz rasch wieder aus dem Netz.