Net-Meerkat

Dritter und letzter Teil des Kurzberichtes über das Doppel-Update zweier Rechner (Desktop, Netbook) von Ubuntu 10.04 LTS auf Ubuntu 10.10: Auch das Netbook hat sich willig auf die neue Ubuntu-Version aktualisieren lassen, und es hat trotz langsamer SSD auch nicht länger als zweieinhalb Stunden (= 1 Tatort plus 45 min.) gedauert.

Aber…

Das ist Unity, die Oberfläche, die ab sofort anstelle der bisherigen Ubuntu Netbook Edition auf Netbooks und anderen Mini-Geräten vertikalen Platz sparen soll (600 Pixel, Baby!). Abgebildet ist Unity hier mit einer laufenden Instanz des Twitter&Co.-Clients Gwibber, eines der wenigen Programme, die unter Unity nicht gleich im Vollbildmodus laufen; trotzdem (und das finde ich als alter globalmenu-Fan seit meinem ersten Mac gut) teilt sich das Menu unity-gemäß die Menu Bar ganz oben mit den üblichen Dingen, die sich eben so in Bildschirmecken herumtreibt. Seltsamerweise gilt das aber nicht für alle Anwendungen: ausgerechnet die Paketverwaltung Synaptic beispielsweise besteht auf einer eigenen Menuzeile.

So weit, so Gehöft, so elegant. Warum ich trotzdem „Aber…“ schrieb?

Mein Dell Mini ist anderthalb Jahre alt, also nicht mehr das allerheißeste Eisen auf dem Markt. Schrottreif ist er aber längst nicht. Und trotzdem habe ich den Eindruck, Unity ist für Rechnerchen mit erheblich mehr PS gebaut: Das Blättern durch die Bookmarksammlung am linken Rand (ja, das sind Bookmarks für Programme oder Ordner) geht manchmal zäh, manchmal arg hektisch; manche Bookmarks lassen sich erst nach einem Neustart permanent in der Leiste verankern; der Bildaufbau hoppelt gelegentlich, oder  der Name einer Anwendung wird in der Titelzeile einfach abgeschnitten;  und die Reihenfolge der Darstellung der Bookmarks lässt sich zwar ganz elegant per Drag&Drop verändern, aber nur, wenn man Glück hat und es auch funktioniert.

Irgendwie habe ich den Verdacht, dass diese Oberfläche, die einiges von der Arbeitsweise der kommenden Version des Darstellungsmanagers GNOME vorweg nimmt, nicht bis ins letzte fertig geworden ist. GNOME 3.0 selbst ist ja auch auf das nächste Frühjahr verschoben worden…

Wahrscheinlich alles eine Frage der Gewöhnung. Immerhin sieht die Sache schick aus.