Napster in Frieden

Ich muss mich wundern. Wirklich wundern. Weniger eigentlich über die Ober-Napster von Napster, die ihre Idee vom freien Musikaustausch für einen Deal mit ausgerechnet den Urheberrechtshaien von Bertelsmann (nuja, Haie ist vielleicht etwas übertrieben – schliesslich ist der Handel mit Rechten das Geschäft der Bertelsmänner…) aufgegeben haben.

Wundern muss ich mich eigentlich eher über das Bruhaha, dass es seit gestern im Internet gibt. Die zornigen Postings von Napster-Usern über den Verrat an der Idee des freien Musikaustausches. Das Entsetzen darüber, dass der Napster-Service vielleicht auch mal Geld kostet.

Alles Quark. Warum? Erstens kostet auch der Betrieb und die Weiterentwicklung von Napster Geld, und irgendwoher muss es ja kommen. Und zweitens – und das ist der eigentlich Witz – sehen ungefähr zwei Drittel der Napsteriten das System eben nicht zum Musikaustausch („Austausch“ wie in „tauschen“), sondern zum schlichten Absaugen von Gratismusik. Höchstens ein Drittel stellte auch selbst Musik zur Verfügung.

Könnte es eventuell sein, dass hier schlichter Geiz, als internet-ionale Basisdemokratie verkleidet, seine Stimme erhebt?

Just asking…

Ach ja, noch ein Hinweis für alle, die mich jetzt für wenig hilfreich halten: Es gibt ja noch andere Filesharing-Programme da draussen. Ihr findet sie bei C|Net, und einige reimen sich auf einen bekannten Nussnougat-Brotaufstrich…