My Year in Tech, 2010 edition

Mit großem Interesse und gelegentlicher Rührung verfolge ich den Alt-Bloggersdorfer Brauch der Jahresrückblicke. Schön, dass es doch noch Konstanten in einer sich rasch wandelnden Welt gibt. Hach!

Hier das Jahr 2010 aus blauelektrischer Sicht, also techniklastig:

Zwei Trends haben mein Techjahr bestimmt – der Umzug in die Wolke und der Wechsel der Betriebssystemwelten.

In die Wolke umziehen mit seinen Daten ist Mode geworden, und ich habe dieser Mode nur eine weitere Erfolgsstory hinzuzufügen, was ein wenig langweilig ist. Deshalb nur kurz: Alle Daten, die ich seit Beginn des Jahres nicht mehr angefasst habe, sind auf einer lokalen, aber externen Festplatte gesichert, außerdem auf meinem Amazon S3-Account. Die doppelte Sicherung lässt mich gut schlafen; gebraucht habe ich sie in diesem Jahr nicht, man lebt halt doch im Hier und Jetzt. Die Backups sind GnuPG-verschlüsselt und können es von mir aus bleiben.

Was anderes ist es mit den aktuellen Daten und Mails. Deren Sicherung beim Provider ist mein nächstes Vorhaben. Mit Dropbox ist das im Grunde ganz einfach, da sich der gesamte Dropbox-Folder oder auch Unterverzeichnisse mit Tools wie TrueCrypt komfortabel verschlüsseln lassen. Das Problem dabei ist der Dropbox-Zugang über die Android-App (keine TrueCrypt-Unterstützung) oder die Web-Oberfläche. Aber vielleicht gewinne ich der Schönheit des Anstarrens sehr großer GnuPG-Textblöcke ja so viel innere Ruhe ab, dass mich die Unbenutzbarkeit der Daten nicht weiter stört.

Stichwort Mail-Sicherheit: Als alter GMail-Nutzer bin ich von Mailverschlüsselung ein wenig ausgeschlossen; Thunderbird (unterstützt mittels des Enigmail-Plugins GnuPG-Verschlüsselung) ist in seiner Version 3 allerdings wieder benutzbar geworden und bildet auch die GMail-eigenen Workflows hinreichend gut ab. Jetzt muss ich nur die paar Hundert Kontakte in meinem Adressbuch davon überzeugen, auch GnuPG zu benutzen. Piece of Cake.

Punkt zwei der TechTrends – die Wahl der verwendeten Betriebssysteme ist von zunehmend abnehmender Relevanz. Windows, OSX und auch Linux sind inzwischen ausgereifte Desk- und Laptop-Betriebssysteme, und es ist so gut wie zur Geschmackssache geworden, welches man nimmt. Im blauelektrischen Technotop war der Switchback von OSX zu Ubuntu Linux eher ein Zufallsprodukt, da mein verbliebener Mac Mini meine Experimente mit Linux auf einem Nettop beleidigt mit dem Tod des Mainboards quittierte (das Netbook, das eine Zeitlang als Hackintosh durchs Leben ging, hatte ich schon vorher aus Performancegründen zurückubuntisiert).

Und ja, die zunehmend klarer erkennbare Geschäftspolitik der Firma Apple Computers, die in Richtung Kontrolle über Geschäftswege, Inhalte und Nutzerverhalten nee, das noch nicht geht, hat mir den Wechsel vom Apple-Fanboi zum Menschen leichter gemacht. Eleganz ist nicht alles.

bluelectric.org hat in diesem Jahr gleich zwei Wechsel durchgemacht – wie die wenigen treuen Leser auch: Anfang des Jahres von einer halbherzig genutzten MovableType-Installation und deutsch in Richtung posterous.com und englisch, dreieinhalb Monate später zurück nach deutsch und zurück zu — Blogger, einer lange vernachlässigten und müde begrinsten, inzwischen aber wieder sehr gut darstehenden Blogplattform, die ich bei Bedarf gerne empfehle. Übrigens: 100% uptime, baby!

Von Posterous verabschiedet haben sich in diesem Jahr übrigens auch andere.

Nochwas? Ach ja, Pad- bzw. Tab-Computing, auch In-Inhalten-rumpatschen genannt. Wir werden das beobachten. Speziell, wenn mit einer der nächsten Android-Versionen eine ernsthafte Alternative zu iOS erscheint.