Mit offenen Augen (bluelectric Street View No. 5)

OK, dann bin ich eben ein windiger Helfer. Steht so in der FAZ (zumindest in FAZ.net, deren URLs man sich auch erst einmal auf der Zunge zergehen lassen sollte; die IT-Leute der FAZ firmieren wahrscheinlich noch unter „EDV“ und tragen weiße Kittel), und dahinter steckt, wie wir wissen, immer ein Holzkopf kluger Kopf.

Was ist geschehen?

Offenbar lag meine Idee einer ganz privaten Street View doch mehr in der Luft, als ich dachte. Einem nach der letzten bluelectric Street View gestarteten Buzz entnehme ich, dass sich im Netz schon diejenigen versammeln, die das systematischer organisiert, professioneller und immer noch auf Spaßbasis machen wollen. Was – siehe oben – das Fachblatt für Privatsphäre und Hausbesitz, eben die FAZ, auf den Plan rief:

Die Ministerin Ilse Aigner schlägt vor, dass Gemeinden vorformulierte Widerspruchslisten in Rathäusern auslegen, die sie gebündelt weiterleiten. Ganze Straßenzüge könnten damit unkenntlich gemacht werden, wenn die Bewohner oder Eigentümer dies wünschen. Das hilft zumindest gegen Google, für deren mutmaßliche Erfüllungsgehilfen muss sich die Ministerin wohl noch etwas einfallen lassen.

 „Mutmaßliche Erfüllungsgehilfen“… so, so. Fühle mich angesprochen, auch wenn ich bei der gerade verlinkten Aktion eher nicht mitspielen möchte – ich habe ja meine eigene Street View-Reihe.

Wissen Sie was, Frau Aigner, und auch Sie, Herr Hauser von der FAZ (ist „Hauser“ eigentlich die Abkürzung von „Hausbesitzer“?): Ich bin sofort bereit, meine unter dem Rechtsgedanken der Panoramafreiheit  (kann man offensichtlich nicht genug verlinken, den Artikel) veröffentlichten Bilder von deutschen Straßen aus dem Netz zu löschen, wenn die Besitzer der abgebildeten Häuser im Gegenzug bereit sind, ihre Immobilien aus dem Stadtbild zu löschen. Vorher nicht.

Die heutige Ausgabe der bluelectric Street View zeigt übrigens, was Google Street View bis auf weiteres so nicht zeigen wird: eine Wasserstraße. Abgebildet ist das Haus der Bundespressekonferenz, und ich beneide so ein wenig meine Kollegen, die dort im obersten Stockwerk ihr Büro haben, um ihre Aussicht.

Die rhetorischen Fragen spare ich mir diesmal; Sie können sie gerne in der letzten Ausgabe nachlesen, gell, Frau Aigner? Und natürlich steht auch dieses Bild nicht nur unter der schon mehrfach verlinkten Panoramafreiheit, sondern auch unter einer CC-Lizenz und darf den Lizenzbestimmungen gemäß gerne weiterverwendet werden.