Mehdorn!

Dass ich Ihnen aber auch immer wieder schreiben muss! Mehdorn, Mehdorn, Mehdorn…

Ich kenne den wahren Grund nicht, aus dem mich ein Mitglied der Verschwörung, die Sie unter dem Namen „DB Fernverkehr AG“ betreiben, heute in Köln aus dem Zug warf. Der vorgebliche, über Lautsprecher in ebenso unbeholfenem wie amtlichen Deutsch verbreitete Grund kann es jedenfalls nicht gewesen sein. Denn da sagte Ihr Mitverschwörerarbeiter, der ICE von Berlin nach Trier würde heute „wegen Bauarbeiten“ nicht in Bonn Hbf, sondern in Bonn-Beuel halten. Und wir, die uns das Schicksal an diesem Sonntagabend nach Bonn verschlägt, sollten doch bitte die Regionalhölle auf dem Bahnsteig nebenan nehmen.

Nun ist schön, dass Regionalexpresse offenbar geländegängig sind und sich deshalb nicht von Baugruben auf der Strecke abschrecken lassen. Jedenfalls nahm der RE die ganz normale Strecke nach Bonn, und von Bauarbeiten war auch nix zu sehen.

Und wie groß war meine Freude, als ich auf dem fünfgleisigsten Hauptbahnhof der Republik, dem von Bonn nämlich, den selben ICE wiedersah, aus dem ich in Köln hinausgeworfen worden war!

Woher ich weiß, Mehdorn, dass es wirklich der selbe Zug war?

Weil irgendeiner Ihrer Unterlinge Mitarbeiter vor ein paar Jahren darauf gekommen war, Züge (also die Fahrzeuge, nicht die Fahrplanläufe) nach unterprivilegierten Mittel- und Kleinstädten zu benennen. Und so gleich ICEs auch aussehen: ich glaube nicht, dass Ludwigslust mehr als nur einen ICE verdient hat. (Unter uns: noch nicht mal den einen. Aber das gehört nicht hierher.)

Dass ich – bei grundsätzlich gutem Service Ihrer Gesellschaft – mir nach jeder Fahrt mit einem Ihrer Produkte (als Kind bin ich noch mit’m Zug gefahren, aber egal!) ein klein wenig verarscht vorkomme, dass, Mehdorn, sollte mir zu denken geben