Lieber Laser!

Schon seit vor Weihnachten regele ich im Büro Dinge, die zwischen dem 11. Januar und dem dito Februar anfallen werden und erledigt werden wollen. Und weil im Büro allgemein bekannt ist, dass meine Begeisterung für aktiven Wintersport schon eine oder zwei Eiszeiten zurückliegt, werde ich regelmäßig neugierig bis besorgt gefragt, was mich denn zu dieser Jahreszeit von der Arbeit abhält. Worauf ich ebenso regelmäßig und mit demonstrativer Gelassenheit antworte: „Operation in Kehlkopfnähe. Gutartige Geschwulst. Gutartig.“

Man hat ja einen Ruf zu verlieren. Deshalb die Gelassenheit.

Ab morgen wird mir das schwerer fallen. Denn gerade war ich beim Arzt zur Risiko-Aufklärung. Der Mann weiß, wie er mich anzusprechen hat, zieht Vergleiche zwischen seinem Chirurgenlaser und den Laserschwertern der Star-Wars-Saga (beide gehen glatt durch Gewebe, schönen Dank aber auch!), erzählt mir, dass ich einige Tage lang nichts essen wollen würde, was mir aber auch nicht schaden würde, und kommt dann auf die eigentlichen Gefahren der Operation zu sprechen. So würde ich wohl mit veränderter Stimme nach Hause kommen (klarer, nicht höher – uff!).

Aber das eigentliche Problem ist wohl die Kombination aus Betäubungsgas und Laserschwert in unmittelbarer Nachbarschaft. So sei es, natürlich rein theoretisch, möglich, dass bei der OP der Laser den Beatmungsschlauch ankokelt. Und wenn dann dem Betäubungsgas zuviel reiner Sauerstoff beigemischt werde…

Verpuffung, Stichflamme, Lunge versengt.

Dann hätte ich auch die letzten dreißig Jahre durchrauchen können.

So. Und jetzt muss ich diese Bilder wieder von meinem inneren Auge wegkriegen. Must unsee it.

10 Gedanken zu „Lieber Laser!“

  1. Toi toi …. bei meinen Schilddrüsen OPs haben sie mir auch regelmäßig angedroht aus Versehen die Stimmbänder zu verletzen oder zu durchtrennen. Hat auch beide male nicht geklappt.

  2. Immer diese theoretischen Gefahren! Das wird alles ohne Komplikationen klappen, ganz sicher. Und ein paar Tage weniger Krankenhausessen – es gibt Schlimmeres.

  3. Es werden alle Daumen gedrückt dass das Laserschwert nur dahin geht wo es hin soll, alles Gute.

  4. Danke fürs allgemeine Daumendrücken. Jetzt muss ich nur noch das Duell zwischen Luke Skywalker und Darth Vader aus meinem Gehirn verdrängen. Da ging ja auch ein Laserschwert durch Gewebe…

  5. stell dir vor, es sei yoda, der den laser führt.
    „Vorsicht du walten lassen musst, wenn in die Zukunft du blickst, Anakin. Die Furcht vor Verlust ein Pfad zur Dunklen Seite ist.“ — Yoda zu Anakin Skywalker über dessen Visionen (Episode III – Die Rache der Sith, Kapitel 10 – Yoda und der Rat

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