Medienforum 2.1. Leider.

OK. Christiane zu Salm hat es geschafft: Sie spricht noch keine Minute und geht mir schon auf die Nerven. Sie „freut sich wahnsinnig, dass sie heute hier ein paar Gedanken loswerden darf“ darüber, wie aufregend und super es ist, mal wieder ein paar Regeln brechen zu können, mal etwas ganz neues machen zu können.

Und nennt mich altmodisch, aber ich lasse mich ungern von fremden Menschen duzen.

Ich befürchte, ich komme allmählich dem Grund auf den Grund, was mich in bestimmten Ecken der Blogosphere, Podastosphere etc. stört: Es ist die unbedingte Entschlossenheit, auch das letzte bisschen Professionalität durch pure, unreflektierte Begeisterung ersetzen zu wollen. Nichts gegen Begeisterung, und ich weiß auch, dass Profis oft im eigenen Saft kochen und deshalb nicht über den Tellerrand der Saftschüssel (OK, mir geraten die Bilder außer Kontrolle, aber zu Salm ist schlimmer) gucken können. Aber die neue Technik, Kinder, macht die Erfahrungen und Werte der „alten Macher“ nicht von vorneherein irrelevant. Das war nämlich auch der Trugschluß von Web 1.0 – damals glaubten alle, die Modelle der Betriebswirtschaft seien außer Kraft gesetzt. Und heute glauben sie, die Modelle von Journalismus und Publizistik seien durch Web 2.0 (argh!) außer Kraft gesetzt. Tipp eines Insiders: Sie sind nicht!

Ich bin ein fairer Mensch. Ich gebe jedem/r eine Chance. Aber dann wird abgerechnet.