Medienforum 1.7

Gerade spricht Jürgen Krönig, ZEIT-Autor in London, und versucht, mal ein wenig die Heißluft aus der Diskussion zu lassen. Das macht Spaß, das ist auch vergleichsweise einfach (weshalb ich es ja – hobbyweise – auch gerne praktiziere), das macht Krönig zum Alibi-Nachdenker des Kongress, zum Kultur-Pessimisten vom Dienst – und dazu passt auch, wenn er UMTS als Musterbeispiel fur einen quasi vulgär-marxistischen „technologischen Wahn“ darstellt, der (der Wahn) technischen Fortschritt als unabwendbar und grundsätzlich segensreich ansieht, solange, bis, ja, bis eben ein Krönig kommt und die Luft rausläßt.

Schade, dass Krönig eben doch nur ein eingeladener Mahner in der Wüste ist. Die Begeisterung, das Prinzip Hoffnung (von dem er gerade spricht) auf technische Neuerungen und begeisterte Konsumenten sind auf Kongressen wie diesem stark genug, um den Laden eben doch am Laufen zu halten.

Und warum auch nicht? Ohne Begeisterung hätte es weder Web 1.0 noch Web 2.0 (was auch immer aus ersterem geworden ist und aus letzterem werden wird) gegeben, ohne Begeisterung gäbe es kein myspace.com, kein flickr.com, keine Weblogs.

Um auf mich selbst zurückzukommen: Mit ein bißchen Kreativität (oder genauer: mit einer Menge davon) machen wir neue Medien, die auch Bestand haben.

So, und jetzt muss ich weiter Krönig beim Nachdenken zuhören.