Medienforum 1.3

Am Nachmittag war es dann soweit – es ging um IPTV (also alle TV-Verbreitungswege, die das Internet-Protokoll benutzen, egal ob drahtlos, drahtvoll oder via Satellit), und ich konnte mehrere Runden Bullshit Bingo gegen mich selbst spielen. Ich habe jede einzelne gewonnen.

Meine Erfahrung sagt mir, dass Menschen umso mehr, schneller und weiter mit buzzwords um sich schmeißen, 1. je weniger sie von ihren Zuhörern halten, 2. je weniger sie selbst wissen. Beide Möglichkeiten sprechen nicht direkt für die Diskussionsteilnehmer zum Thema IPTV.

Interaktivität und content on demand – das sind die beiden Funktionen, die sich Content-Anbieter offensichtlich von IPTV wünschen. Beides, Herrschaften, geistert schon seit Jahrzehnten durch die Wunschlisten, die uns die Anbieter unterstellen. Wir erinnern uns an die ebenso viel- wie einfältigen Anwendungen für etwas, das die damalige Bundespost slick „Tele-Dialog-Einheit (TEDE)“ oder so nannte, was sich immerhin zu TED verkürzen ließ. Sender wie 9Live beweisen leider, dass es tatsächlich für diese Art von Interaktivität einen Grundbedarf gibt – aber das kann doch nicht alles sein.

Manfred Moormann, der Mann von Telekom Austria, und André Zalbertus, der Mann von center.tv reden dem user generated content das Wort, und mehr als ein bisschen Überheblichkeit über Amateurfernsehen ist auch nicht aus ihren Worten herauszuhören – immerhin genug, dass ich glatt nochmal darüber nachdenke, nach dem Eintreffen eines gewissen Gerätes doch noch vom Radio- und TV-Profi zum Pod- und Vodcaster werden zu können. Das habt ihr nun davon!

Und dann sagt der Mann von Pro Sieben noch: „Wer will denn den ganzen Tag user generated content sehen?“ Niemand, das ist richtig. Aber es will auch keiner den ganzen Tag Pro Sieben sehen.

So. Morgen mehr.