Marketing by Verarsche

Im Rückspiegel betrachtet (Moving on…) sind die Gewinner der Woche diejenigen, die sich die schon allseits besprochene „Generation Upload“-Kampagne eines bekannten MobilfunkTelekommunikationsanbieters aus dem einen oder anderen Köprerteil gelutscht haben. Doch, das meine ich so.

Die Zielgruppe dieser Kampagne (wir erinnern uns: „Unterwegs ins Netz! Upload! Selbstverwirklichung! Community!“) sind doch nicht diejenigen, die heute schon unterwegs ins Netz gehen, hochladen, sich selbst verwirklichen und seltsame communities wie Piratenparteien Klein-Bloggersdorf bilden. Diese (oder anders: wir) brauchen Vodafone, Hochhausspringer und ÖPNV-Benutzer mit Mohawks nicht mehr, haben sie nie gebraucht. Für uns ist das Netz Arbeits- und Spielplatz, und das nicht erst seit Sascha L.

Die Zielgruppe der Kampagne sind auch nicht diejenigen, die lesen und rechnen können und mühelos darauf kommen, dass die angeboteten Tarife einen feuchten Kehricht wert sind – oder zumindest nicht mehr als die der anderen Anbieter.

Die Zielgruppe dieser und weiterer, ähnlicher Kampagnen in Vergangenheit und Zukunft ist vielmehr der doofe große Rest, also diejenigen, für die das Netz bisher tatsächlich fremd, unverständlich, möglicherweise sogar bedrohlich ist. Denen soll klar gemacht werden, dass – am liebsten natürlich mit einem Vertrag von Vodafone und mit von Vodafone verkrüppelter gebrandeter Hardware – das Netz doch, allen dumpfen Befürchtungen zum Trotz, ein reizender Spielplatz ist.

Die Zielgruppe – sorry, Vodafone, dass ich das jetzt ausspreche und damit den eigentlichen Kern eurer Verschwörung aufdecke – die Zielgruppe sind Ursula von der Leyen und ihre Mitläufer.

Und das sollte doch allemal einen millionenschweren Werbeetat wert sein.

Update: Und auch so kann man es ausdrucken ausdrücken: Macht doch einfach gescheite Produkte, liebe Carrier.

Disclaimer: Der Schreiber dieses nutzt abwechselnd ein iPhone und ein Android-Telefon, beide mit einem Vertrag von T-Mobile. Wirklich immun gegen Marketing ist er, bin ich, also auch nicht, aber immerhin ist es marketing by technology.