Links in der Vergangenheit

Und dann kommt der Feedreader, spielt meinem Ich 2.0 einen Streich und spült einen längst vergessenen Feed mit einem dito Eintrag wieder hoch und verweist auf Weblogs, interne Links, Vermisstenanzeigen des Le Sofa Blogger.

Für die Jungen unter uns: Le Sofa Blogger gehörte zum deutschen Blogwesen der ersten Stunde, wurde unter anderem von dem Journalisten Peter Praschl gefüttert und war mal so etwas wie ein Leitblog – daher auch der Domain-Name „arrog.antville.org“.

Die Seite wurde laut Zeitstempel am 19.02.2002 zum letzten Mal verändert. Vor mehr als sieben Jahren. Damals lebte ich in der Nähe von Washington, DC, betrieb ein Weblog namens „WorldWideKlein“, das zu meinem Entsetzen im Februar 2002 aus der Liste der von  Praschl & Co. gelesenen Blogs herausgefallen war, dachte überhaupt nicht daran, in die kalte Heimat zurückzukehren, und war auch sonst sieben Jahre jünger.

Beim Lesen dieser alten Seite, speziell der Abteilung „phantomschmerzen. weblogs, die wir vermissen“, einer Auflistung von schon damals aus dem Geschäft gegangenen Weblogs (und schon kommen in mir die schrägen Anglizismen wieder hoch, die sich damals bereits in mein Deutsch geschlichen hatten!), ist mir vor allem eins aufgefallen: Weblogs konnten wir damals. Und einige konnten sie damals schon besser als viele heutige Spitzenblogger.

Erinnerungen eines alten Zausels™, ich weiß. Es wird Zeit für eine sensible Kulturgeschichte des Bloggens.

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