Liebe Politik 1.5 im Netz,

(you know who you are…)

mit einer gewissen Rührung lese ich inzwischen Eure Blogeinträge und/oder tweets, in denen Ihr darlegt (bzw. suggeriert), dass eine Ein-Themen-Partei für’n Eimer und eine Stimme für dieselbe verschenkt ist, und dass die Themen, die zumindest hier im Netz einige bewegen, bei den großen Parteien, speziell bei der roten, würfelförmigen, doch besser aufgehoben seien. Weshalb Piraten in der [hier Partei 1.0 Ihrer Wahl einsetzen] doch besser wären als Piraten in der Piratenpartei.

Ach gar.

Gerade Ihr Würfelförmigen und Sympathisanten der Würfelförmigen solltet in Euch gehen und darüber nachdenken, warum Ihr piratische Themen erst jetzt, nach einer überraschend anders ausgegangenen Europawahl und einer zunehmenden – und zunehmend positiven – öffentlichen Wahrnehmung der Piratenbewegung, einhergehend mit einer rapiden Talfahrt der öffentlichen Wahrnehmung der eigenen Partei, entdeckt. Ich habe da so meine Theorie.

Mag sein, dass Themen wie Bürgerrechte, Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung von einer großen Partei besser durchsetzbar sind als von einer, deren Aussicht auf Einzug in ein Parlament durchaus noch eher vom Prinzip Hoffnung als von irgendwas anderem geprägt wird. Aber dazu muss erst mal der große würfelförmige Dampfer eine Kehrtwende in diesen Themen machen. Davon ist noch keine Spur zu sehen – und wie schwer ein Dampfer dreht, weiß auch ein Inhaber des Sportbootführerscheins Binnen (Motor).

Nee. So wird das nix mehr mit dieser Wahl, Ihr Würfel. Für diesmal habt Ihr bei einem nicht unbeträchtlichen Teil der Netzbürgerschaft gnadenlos vergeigt. Nun macht mal vier Jahre lang anständige Politik, und dann sprechen wir uns wieder.

Disclosure: Schreiber dieses hat eine gewisse Affinität zur Piratenpartei. Über die tatsächliche Übereinstimmung des inneren Piraten mit dieser Partei ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.