Liebe Internet-Nichtgutfinder

wie ich höre, waren einige von euch (Linkt euch doch selbst!™) in der vergangenen Woche auf dem in Berlin stattgefunden habenden Kongress der Internet-Gutfinder und haben nacheinander oder auch gleichzeitig den Kongress, die versammelten Internet-Gutfinder und das Internet an sich nicht gut gefunden. Das, liebe Internet-Nichtgutfinder, ist ebenso euer gutes Recht wie darüber, dass ihr das alles nicht gut findet, in Publikationen zu schreiben, die ebenfalls dafür bekannt sind, Internet-Gutfinder-Kongresse, Internet-Gutfinder und das Internet an sich nicht gut zu finden.

Was aber nichts daran ändert, dass es das Internet gibt, dass es so ist, wie es ist, dass es weder technischen noch rechtlichen Regulierungs- und Manipulationsversuchen so leicht nachgibt, wie ihr euch das wünscht (meist sogar gar nicht), und dass es einer ganze Reihe neuer Geschäftsmodelle den Weg zum Erfolg geöffnet hat, zu denen eure nur leider bisher nicht gehören.

Was die Internet-Nichtgutfinderei sowohl aus der publizistischen wie auch der politischen Ecke so ein ganz klein wenig durchsichtig macht. Bis jetzt – so jedenfalls der Eindruck, der sich mir aufdrängt – finden vor allem solche das Internet nicht gut, denen es in ihrem bisherigen Geschäftsfeld (politische Meinungsbildung, Publizistik, um nur zwei zufällig ausgewählte Beispiele zu nennen) gerade mit seiner Offenheit gewaltig in die Quere kommt. Es gibt zwei Möglichkeiten, sich mit neuen Gegebenheiten zu arrangieren: sie sich zunutze zu machen, oder sie nicht gut zu finden. Ratet mal, was einen weiter bringt.

Was ich damit sagen will: Dass ihr das Netz so nachdrücklich nicht gut findet, ist dem Netz egal.