Liebe Geschichte der Bundesrepublik!

OK, das mit dem Sparkassendirektor Banker, der zum Burger King Bürgerkönig werden wollte, war letztendlich ein Fehler. Ich will dir da auch keine Vorwürfe machen, liebe Geschichte – den Versuch war’s wert, unserer Republik bei allem schwarz-gelben Geschachere zur Verhinderung eines starken Bundespräsidenten noch einen aufrechten Republiksvertreter zu geben. Dass er gelegentlich dummes Zeug redete, dass er letztendlich keine Lust hatte, sich noch mehr Kritik anzuhören – geschenkt.

Ist ja auch nicht so, dass der Bundespräsident tatsächlich relevant wäre – soll ja auch gar nicht so sein, und unter diesem Gesichtspunkt war der neunte Präsident unserer Republik ganz gut von Dir gewählt, liebe Geschichte: nicht so bedeutend wie letztendlich Richard von Weizsäcker, aber auch längst nicht so peinlich wie Karl Carstens oder so jämmerlich wie Heinrich Lübke. Ein bisschen was für die Bürgerseele, ein bisschen „Was der kann, können wir auch“, und sonst nicht weiter im Weg rumrepräsentieren – das war Horst K.

Schön. Aber, Geschichte, nun gucken wir doch lieber nach vorne. Wie wäre es denn, wenn der nächste Chefvertreter der Republik nun nicht mehr das Vertreterwesen in den Vordergrund stellte? Wenn der nächste Bundespräsident (oder auch die erste Bundespräsidentin) zur Abwechslung mal ein Aufputschmittel für die demokratische Seele in uns allen sein könnte, eine Dosis Obama im Schloss Bellevue, ein bisschen, nur ein bisschen Charisma bei der Weihnachtsansprache, und ab und zu eine Rede, dass uns die bundesrepublikanischen Ohren schlackern? Na, wie wärs, Geschichte? Abgemacht?

Nein, liebe Geschichte der Bundesrepublik, ich habe auch keine Ahnung, wer das sein sollte. Aber ich bin ja auch nur Klein-bluelectric, und du bist die Geschichte. Also tu was!