Liebe ARD,

du musst nicht traurig sein, wenn Dein Patentmoderator Jörg P. („Patent-P. – gebt ihm eine Sendung, und er moderiert sie weg!“) ab nächstem Jahr lieber in der anderen Buddelkiste spielen will. Nee, wirklich nicht.

Erstens passt er als der Schwiegersohn der Nation mit seinen 43 Jahren besser zu einem Sender mit erwiesenermaßen altem älteren Publikum.

Und zweitens, liebe ARD – und jetzt pass gut auf! Zweitens ist es für dich und deine Programmausdenker, vom einfachen Redakteur bis zum Programmdirektor, eine Chance, mal was ganz Neues, was ganz Verrücktes zu machen: ein eigenes Profil durch eigene Gesichter entwickeln.

OK, ARD, das war jetzt – angesichts von Jahrzehnten deutscher Fernsehgeschichte – ungerecht von mir, und ich ziehe es zurück. Aber verstehst Du nicht, dass es mich ein wenig nervt, zu sehen, wie Du PilawaSchmidtPocher & Co. für ein Schweinegeld von den Privaten (!) rüberlockst, damit sie dir Qualitätsmoderationen (!!) liefern? Verstehst Du nicht, dass es unter Deiner Würde ist (Würde hier mal nicht im Sinne von „alt und verkalkt“), dich bei den Verhandlungen um noch mehr Schweinegeld von PilawaPocherJauch & Co. als Popanz fürs Pokern benutzen zu lassen und dann auch noch einzuschnappen, wenn PilawaPocherJauch & Co. doch lieber nicht für dich arbeiten?

Mir ist klar, dass ich vom Gestalten von Massenprogrammen weniger Ahnung habe als beispielsweise mein Studienkollege Volker. Deshalb ist er heute dein Programmdirektor (hallo, Volker!), und ich bin Redakteur bei der Deutschen Welle. Aber trotz zahlloser gegenteiliger Beispiele vor allem in deinen dritten Programmen glaube ich immer noch, ARD, dass du eigene TV-Persönlichkeiten entwickeln und zum großen Erfolg führen kannst – wenn du nur willst.

Und außerdem kann ich PilawaPocherKernerIllner & Co. bald nicht mehr sehen. Gebt mir neue Gesichter.

Nur Günther Jauch, den halte ich noch eine Zeitlang aus.