Let’s have a Partei!

Hypothetische Geschichte: Nehmen wir mal an, ich hätte eine Partei gegründet. Quatsch, das ist dann doch zu hypothetisch; nehmen wir mal an, jemand hätte eine Partei gegründet. Diese Partei hätte Zulauf zu verzeichnen, warum auch immer, die Öffentlichkeit würde aufmerksam, und plötzlich ginge es rund – so rund, dass mit viel Spaß und noch mehr Aktionismus die Partei immer bekannter würde und bei richtig echten Wahlen, mit echten Wählern, plötzlich durchaus beachtliche (in Relation zu Alter der Partei, Umfang des Programms, Menge des im Verlauf des Wahlkampfs plötzlich von der Konkurrenz ausgekippten Schmutzes etc.) Stimmenanteile bekäme.

Ich meine: nehmen wir nur mal an.

Jetzt hätte also diese Partei (und richtig: es handelt sich nicht um die PARTEI des Titanic-Verlages) ihre plusminus zwei Prozent und plötzlich Zeit, ohne Wahlkampfstress über sich nachzudenken. Was wäre da wohl zu tun?

Man könnte beispielweise diskutieren, ob man zu den nächsten Wahlen mit einem Vollprogramm antreten möchte. Oder man könnte sich kloppen über das, was im Wahlkampf schiefgegangen ist (oder eben nicht). Oder darüber, mit welcher (Koalitions-)Partei man denn gerne etwas näheren Kontakt aufnehmen möchte. Oder darüber, ob man sich vielleicht doch ins Links-Rechts-Oben-Unten-Spektrum einordnen müsse. Oder wie man in einer E-Mail-Diskussion richtig zitiert. Oder ob man für BVG-Freifahrscheine ist oder dagegen. Oder man könnte, wie in nicht näher benannt werden sollenden, natürlich rein hypothetischen Mailinglisten zu beobachten, das alles gleichzeitig machen.

(Wofür es übrigens eine Abkürzung gibt: ARD – Alle Reden Durcheinander.)

Mit großen Augen würden wir also vor diesem hypothetischen Durcheinander stehen und feststellen, dass kleine Parteien noch mit großen Überraschungen aufwarten können. Hypothetisch.

Let’s have a Partei!