Note to self: Smiley!

George Smiley (Symbolfoto)
George Smiley (Symbolfoto)

Wenn schon Januar mit dem dazugehörigen Januarwetter ist, wenn Resturlaub abzubummeln ist und seelisch ganz allgemein eine mittelbescheidene Stimmung herrscht, wenn man wg. Schmerzmittelkonsums nach einer OP den Arsch nicht hochkriegt ständig im Dschumm ist, obwohl durchaus Dinge zu tun wären…

…wenn sich das Leben also über Wochen hinweg ganz konsequent von der schattigen Seite zeigt, sollte man sich nicht auch noch die Smiley-Romane von John le Carré als Genesungslektüre wählen.

Denn abgesehen davon, dass George Smiley (Link zur englischsprachigen Wikipedia – den deutschen Löschwarten war das Thema wohl nicht relevant genug) ein brillanter Spion ist, zeigt er doch alle Kennzeichen eines Antihelden. Er ist klein, dick und kurzsichtig, wird von seiner Frau betrogen und von seinem Herrenschneider über den Tisch gezogen, fliegt regelmäßig beim MI6 raus und wird ebenso regelmäßig zurückgeholt, um die Trümmer zusammenzukehren, die seine Nachfolger hinterlassen. Und außerdem ist ständig schlechtes Wetter.

Also genau das, was man in der im ersten Absatz beschriebenen Grundstimmung braucht.

Und natürlich ist dies keine Warnung vor dem Antihelden, sondern ein versteckter (Wieder-)Lesetipp. Denn natürlich sind die Smiley-Romane (The Spy Who Came In from the Cold/Der Spion, der aus der Kälte kam, Tinker, Taylor, Soldier, Spy/Dame, König, As, Spion und Smiley’s People/Agent in eigener Sache, um nur die drei zu nennen, die ich zuletzt gelesehen habe) allesamt brillant und beim Buchhändler Ihres Vertrauens zu finden.