Lesen nach der Wahl

Wisst ihr, was mir aufgefallen ist? Fefe hat früher immer gefragt, wo eigentlich die Revolution bleibt. Manchmal so oft, dass es schon genervt hat. Inzwischen hat er das seit über zweieinhalb Monaten nicht mehr gemacht. Und ich sage euch warum.

Weil die Revolution begonnen hat.

Die Piratenpartei ist ein spannendes Projekt – vielleicht floppt sie, vielleicht wird sie ein Erfolg. Aber eines ist heute schon klar: Wer morgen die Piraten wählt, wirft seine Stimme nicht weg. Nach all den Berichten über diese Partei wird auch der kleinste Erfolg medial große Wirkungen haben und die anderen Parteien zwingen, sich zur Digitalisierung und zum Netz zu positionieren.

Die komplette Generation unserer demokratisch gewählter Vertreter ist, was unsere Belange angeht (Netzpolitik) komplett inkompetent. Sie verstehen nicht, worum es geht und sie zeigen keinerlei Bereitschaft, ihren Horizont zu erweitern. Die klassischen Parteien haben hier auf breiter Front versagt.

Und: Ich mag mir gar nich vorstellen, wie sehr Politiker in anderen Bereichen Inkompetenz beweisen, in Bereichen, in denen ich mich nicht auskenne. Wenn man einfach mal das FAIL-Potenzial in Sachen Netzpolitik auf andere Bereiche hochrechnet, ergibt sich ein Fail-Potenzial von nahezu 100%. Von solchen Leuten möchte ich nicht regiert werden.

Es scheint einfach an der Zeit für neue Lösungsansätze zu sein, welche die etablierte “politische Elite” nicht zu bieten hat.

Ich glaube an die Demokratie. Ich glaube an die Zukunft, an eine mögliche bessere Zukunft.

Ich glaube, dass das Volk sich nicht von seinen Dienern, den Parlamentariern, vorschreiben lassen darf wann und wie es kommunizieren darf, wann und wo es sich versammeln darf und auf welche Weise es demokratische Willensbildung betreiben darf.

Und ich glaube, dass man zur Wahl gehen muss. Man muss den wählen, der am ehesten dafür steht, mehr Demokratie und mehr Transparenz zu schaffen. Und man muss jemanden wählen, der sich bisher nicht des Missbrauchs seiner politischen Macht schuldig gemacht hat.

Ich glaube nicht, dass die Piratenpartei die SPD von morgen ist, wie die Ruhrbarone schreiben. Aber sie könnten so etwas wie die Grünen von morgen sein. Eine kleine Partei, mit scharfen Profil, dies es schafft, das Establishment ein wenig zu ärgern.

Ich hoffe, dass jeder heute wählen geht. Und das jeder, der sich ärgert, der das Gefühl, dass ihm auf der Nase rumgetanzt wird, dies in der Wahl auch zum Ausdruck bringt. Und nicht wieder, wie seit Jahren, das kleinere Übel wählt.

Via web von Bluelectric ePost