Leere. Gähnend.

Weil gerade wieder die Lokalzeitung über Grußkartenspam berichtet, und weil gestern anderswo jemand unter PDF-Spam erstickt ist, mache ich mir ernsthaft Sorgen um den Zustand meiner Inboxen.

Da herrscht nämlich eine sagenhafte Ruhe, was Spam angeht (vor fünf und vor zwei Jahren war das noch anders, und ich musste ganze Adressengruppen killen, weil sie spamverseucht waren). Und diese Ruhe lässt nur drei Schlüsse zu:

  • Meine (bzw. die vom jeweiligen Betreiber zur Verfügung gestellten) Spamfilter funktionieren.
  • Ich passe eben gut auf meine Mail-Adressen auf.
  • Oder ich bin so unbeliebt, dass kein Spammer mir Cialis verkaufen will.

Zugegeben: PDF-Spam findet sich reichlich in meiner Dienstmail, aber nur, weil ich dort in einer ganzen Reihe von Empfängergruppen bin, die zugespammt werden. Der (kommerzielle) Spamfilter meines Arbeitgebers erkennt den Mist aber zuverlässig, und Thunderbirds Filter schmeisst ihn in den Orkus (Lotus Notes kriegen wir im Herbst. Seit Jahren…)

Privat aber… Ruhe. Meine Tertiär-Adresse (also eine, die ich seit kurz vor der Eiszeit nutze, kicher) ist bei GMX zuhause, und die dortige wilde Kombination aus verschiedenen Spamfiltern scheint inzwischen zu funktionieren (vor drei Jahren neigte sie noch zu vielen false positives, also fälschlich als Spam markierten Nachrichten). Die Tertiär-Adresse ist aber auch weitgehend unbekannt (ich nutze sie nur zum Sammeln anderer Nachrichten, um sie per Henndie abzurufen, und zum Verschicken von Mail vom Henndie aus), weshalb die Spamfilter ohnehin meist Däumchen drehen.

Meine Sekundär-Adresse ist dagegen schon per definitionem anfällig für Spam: Nur drei Buchstaben als Userkennung, eine der ältesten Domains im ganzen Netz – das fordert zu sog. Lexikon-Attacken geradezu heraus, also dem blindwütigen Verschicken von Spam an zufällig generierte Adressen. Diese Mailbox wird aber von SpamAssassin zuverlässig geschützt – das Ergebnis: Auch dort sorgt ein Filter für den direkten Abgang ins Nirvana.

Meine Primär-Adresse schließlich würde mir den Einsatz von SpamAssassin auf dem Server durchaus erlauben. Da dort aber Greylisting schon zuverlässig schützt, und da ich ein fauler Hund bin, musste ich soweit noch gar nicht gehen. Bei Greylisting weist der Server des Empfängers Mail zunächst mit einer fadenscheinigen Begründung wie „Mailbox zeitweise voll“ zurück, merkt sich aber die Herkunft der Mail. Spammer und ihre Botnets geben an dieser Stelle auf, während brave Mailserver es eben in fünf, zehn, dreißig Minuten nochmal versuchen und dann ihre Nachricht auch problemlos abliefern können. Das funktioniert verblüffend gut.

Dass ich darüber hinaus verschwenderisch mit Wegwerfadressen umgehe und meine echten Adress-Schätzchen eifersüchtig hüte, hilft sicher auch. Weshalb ich beim immer wieder vorkommenden kollektiven Stöhnen über eine neue Spamwelle nie so richtig mitstöhnen kann. Aber vielleicht bin ich ja auch nur zu unbeliebt (s.o.).

Und Sie? Bzw. Ihr?

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