LaRoche 2010

Schon seit Jahren ärgere ich mich. Darüber, dass es zwar für jeden erkennbar dramatische Veränderungen in unseren (Medien-)Branche und in unserem Journalisten-Beruf gibt, wir aber anscheinend noch immer nicht willens und in der Lage sind, die Ausbildung von jungen Journalisten diesem Umstand anzupassen. Noch immer ist es in vielen Häusern ja schon fast an eine Revolution grenzend, wenn man Volontäre mal für vier Wochen in die spartanisch ausgestattete Onlineredaktion steckt, damit die “das auch mal lernen”.

schreibt der mir bisher vor allem aus meinen Guglrieder bekannte (was wahrscheinlich meine Schuld ist – wahrscheinlich lese/höre/sehe ich die falschen Medien) Journalist Christian Jakubetz, der neben seiner Wut auch noch die angenehme Eigenschaft hat, in einer kleinen Stadt nur wenige Kilometer von den Dorf entfernt zu wohnen, in dem ich als Kind immer meine Sommerferien… aber ich schweife ab.

Jakubetz ärgert sich also über den Stand der Journalistenausbildung in diesem unseren Lande,, und auch wenn sie (die Ausbildung) in dem Hause, für das ich arbeite, mir einen erheblich besseren Eindruck macht, kann ich mir vorstellen, was er meint. Nicht jedes Medienunternehmen hat die Größe und die gesetzlich festgeschriebene Aufgabe meines Arbeitgebers.

Es nervt mich ganz furchtbar, dass Lektüre für den journalistischen Nachwuchs immer noch weitgehend von älteren Herren im Tonfall des erhobenen Zeigefingers gemacht wird. Und ja, ganz ehrlich (Sie dürfen mich prügeln): Ich bin mir nicht sicher, ob die Herren Schneider und Raue und wie sie alle heißen die Richtigen sind, um das Monopol für Journalisten-Ausbildung im digitalen Zeitalter für sich zu beanspruchen.

Und bevor unsereiner nach einem anstrengenden Wochenende (nicht, was Sie meinen, aber dazu mehr in einem anderen Posting!) noch genervt „Dann mach’s doch selber!“ knurren kann, hat Jakubetz genau das vor.

Also ist die Idee: Ich mache mich selbst ans Werk. Das heißt, natürlich nicht ganz alleine. Ich brauche nämlich, siehe oben, Ihre Mithilfe. Sei es mit Ideen, mit Anregungen, mit Unterstützung via Flattr oder Paypal. Mit Verlinkungen auf Ihren Blogs und Webseiten. Oder aber (in einem eher fortgeschrittenen Stadium) als Co-Autoren.

Jau. Über die Idee und die Möglichkeiten einer Umsetzung mache ich mir dann morgen ein paar mehr Gedanken. Einstweilen (Stand: 01:04 MESZ) finde ich sie gut.

Und wer sich über die Überschrift wundert: Walter von La Roche war einer meiner Lehrer. Aber das war irgendwann im letzten Jahrtausend.