Kuckucksnester

Wer auf seiner Web Site ein Gästebuch betreibt, ist selber schuld – erstmal grundsätzlich. Im Zusammenhang mit der folgenden Beobachtung sind aber auch die Kommentarseiten von Weblogs und ähnlich neumodischem Zeugs betroffen. Aber der Reihe nach:

Jemand aus der Netznachbarschaft (Name und URL aus Zeugenschutzgründen zurückgehalten) betreibt ein Gästebuch. Weil dieser jemand Bücher schreibt und damit auch Erfolg hat, kommen tatsächlich Gäste vorbei, die nicht aus dem unmittelbaren familiären Umkreis stammen – aber auch Spammer. Die Flut ist gewaltig angeschwollen, und bevor ich eine CAPTCHA-Lösung einbaue, habe ich interessehalber mal für eine Woche oder zwei die Moderation und ggf. Freischaltung der Einträge übernommen.

Die Einträge, die ich nicht freischalten werde, beschäftigen sich mit dem üblichen Dreck: Vi*gr*, Ci*lis, sensationelle Möglicheiten des Geldverdienens und dergleichen mehr. Interessant fand ich dagegen beim näheren Hingucken die Adressen, auf die der ahnungslose Reflex-Klicker gelockt werden soll. Die sind nämlich nicht mehr bei irgendwelchen rasch angelegten Blogspot-Accounts zu finden, sondern u.a. auf einem Server der Nothern Kentucky University, einer italienischen Modefirma und der litauischen Zweigfirma von Europcar – und nicht etwa in obskuren Benutzer-Unterordnern irgendwo hinten in der Ecke, sondern oft genug im document root.

Liebe Damen und Herren Web“master“, guckt Ihr eigentlich nie nach, was sich so auf Euren Servern herumtreibt?