Kritik der Kritik

Puh, das entwickelt sich hier (zurück) zum TechBlog, Abt. Software. Aber da müssen wir in Zeiten von größeren Browser-Neuigkeiten wohl durch. Unter der Überschrift Firefox 2.0 is a solid improvement kritisiert Zonker Bronkmeier (manchmal beneide ich andere ja doch um ihre Namen) den neuen Browser und kommt zu einem ganz ähnlichen Ergebnis wie ich – nur länger und genauer: Firefox bleibt eben Firefox.

Eine Bronkmeiersche Beobachtung ist aber doch von speziellem Interesse:

Firefox 2.0 bring enough improvements to make the upgrade worthwhile.

Many of the „new features“ were already available as extensions before, but there’s a substantial difference between making a feature available as an extension and building it into the browser. While savvy users will seek and find (or even write) extensions to satisfy their every whim, the Mozilla folks are trying to reach a broader audience — an audience that by and large won’t assume that it can get phishing protection, spell checking, or additional tab features by adding more software to their browser.

Die Beobachtung ist richtig, und die Annahme über die zugrundeliegenden Motive vermutlich auch. Aber: War Firefox nicht einmal angetreten, die Fehler anderer Browser (Internet Explorer, Netscape und ja, auch Opera) zu vermeiden, schlank und gemein (lean and mean) zu bleiben und dem Nutzer die Auswahl der Funktionen, die er braucht, zu überlassen?

Entweder kümmert die Mozilla-Leute ihr Geschwätz von gestern nicht mehr, oder ein Browser muss seine User zu einem gewissen Grad bevormunden, um auf dem Massenmarkt Erfolg zu haben. Wenn jetzt noch jemand einen Internet-Führerschein vorschlagen würde…?