Kettenbrief

Wie tief muss der Mensch eigentlich sinken, um eine Mail, die schon ungefähr acht oder fünfzehn „Fwd“ in der Betreffzeile hat, noch weiter zu vermehren und versenden? Nicht besonders tief, happens all the time. Besonders, wenn die Kettenmail Bilder aus einem dreißig Jahre alten Versandhauskatalog enthält und zeigt, dass die Menschheit damals schon an einem nur schwer zu unterbietenden kulturellen Tiefpunkt angekommen war.

So gesehen ist es auch nicht weiter verwerflich, the very best of this Kettenmail gleich noch ins Weblog zu setzen (Anmerkungen sind die übersetzten Texte des vermutlich längst vergessenen Autors der Originalmail). Haben schließlich andere auch getan – hier, und hier, und hier. Und hier auch… Seltsamerweise fast immer mit dem gleichen Text, und seltsamerweise behaupten alle, sie hätten den Katalog selbst beim Heimwerken gefunden. It’s a strange and beautiful world.

Egal. Anschnallen und das Rauchen einstellen, bitte…

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Dieser Junge sieht – nach Ansicht des ursprünglichen Katalogfinders – aus, als ob er so tue, als sei er David Soul (der Darsteller des Hutch in „Starsky & Hutch“ – d.Red.), der so tut, als sei er ein Bulle, der so tut, als sei er ein Lude, von dem jeder weiß, dass er ein Bulle ist. Der so tut, als sei er 15.

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Dieser „Allzweck-Overall“ ist, der Beschreibung zufolge, gleichermaßen zum Golfspielen wie zum Entspannen zuhause geeignet. Der ursprüngliche Autor meint jedoch, in diesem Overall könne man nur in seiner Zelle in Block D wirklich entspannen, und auch nur, weil einen der Gefängnisaufseher dazu gezwungen hat, so etwas anzuziehen.

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Wer diesen Anzug trägt, ohne Gebrauchtwagen zu verkaufen, muss mit Bußgeldern und schwerwiegenden Folgen bis zur fristlosen Kündigung rechnen. Oder mit einer Haftstrafe, während der er gezwungen wird, einen orangefarbenen Overall zu tragen.

Mehr an den angegebenen Orten. Und wer einen Neckermann-Katalog von 1977 zuhause rumliegen hat, darf das gleiche jetzt mit den bundesdeutschen Verirrungen der 70er Jahre machen.