…it just smells funny

Kurzer, prüfender Blick nach links unten: Klar, nur „via Mail“ kann das folgende Stück Text überhaupt ins Netz geraten sein; alles andere wäre unanständig.
 
Beim Morgenspaziergang mit Herrn Guglrieder wieder mal an einer dieser Diskussionen vorbeigekommen, wie sie nur von sehr Verzweifelten, wahlweise sehr Besoffenen an einer schäbigen Trinkhalle (hach, endlich mal dieses zu Unrecht fast vergessene Wort benutzen können!) geführt werden. Der Verzweifelte (oder auch Besoffene) du jour verdient seinen Schnaps sein Brot bei ComputerWorldUK, beklagt – wie andere Besoffene auch -, dass Mozillas Mailclient Thunderbird nicht die Rolle am Markt spielt, die Firefox bei den Browsern spielt, und findet dann die folgenden gelallten goldenen Worte:

Time and again I come across comments to the effect that people have given up on their email inbox, and simply junked their messages.
 
Increasingly, people are turning to Twitter, Facebook and LinkedIn as their messaging medium. It’s not hard to see why. These are opt-in services: you get to choose who can contact you, unlike email.
 
This has led to the scourge of spam, which now represents 94% of all email, according to Google’s Postini subsidiary. A classic Tragedy of the Commons has resulted, whereby a few selfish individuals exploit and ultimately destroy a resource used by all.

Schön gesagt, das Letzte. Und wieder mal Stuss, was davor kommt: Menschen verlassen scharenweise good old SMTP, weil sie dort zugespammt werden und das Medium damit nutzlos geworden ist. Weil wir ja auch keine Pakete mehr annehmen, seit der Pizzabringdienst im Briefkasten seine Prospekte ablädt.

Sadly, it looks like the battle against spam is lost; even though services like Gmail offer extremely efficient filtering in my experience, it’s a poor substitute for a messaging service that can assume that you want to see everything that is sent to you, because only people of interest are allowed to contact you.

Aha. Es schreibt der letzte Mensch auf diesem Planeten, der noch keinen kennt, der ihn mit MacHeist-bezogenen Nachrichten zuschwallt. Aber davon mal ganz ab:
 
Was ist nur mit den Leuten los, die nichts anderes zu tun haben, als E-Mail totzusagen, nur weil sie persönlich Schwierigkeiten haben, Spam als lästiges Hintergrundgeräusch auszublenden?
 
Persönliche Erfahrung, eingeschoben: Ich nutze derzeit vier Mail-Adressen, eine davon beruflich. Und nur eine einzige davon ist schwerst spamverseucht – und sie endet auf @gmail.com. Die Spamwelle wird also zuverlässig vom Provider abgefangen, und wir wollen auch gar nicht darüber nachdenken, ob sie vielleicht erst durch den Provider hervorgerufen wurde, dessen user base offenbar zu lexikalischen Attacken herausfordert.
 
Merke gerade, dass ich selbst zu Trinkhallen-Laberismus neige, sobald das Thema aufkommt. Deshalb nur kurz: Solange nicht Geschäftspartner damit anfangen, vertrauliche Angebote zu twittern, solange komplexe Systeme nicht darauf bestehen, mich zu ihrer FreundIn zu machen, bevor sie mir ihren Zustand mitteilen, und solange ein im Netz durchaus aktiver Mensch wie ich erst eine einzige ernsthafte Anfrage via Facebook erhalten (und via Mail beantwortet – wer bin ich denn?) hat – solange ist E-Mail nicht tot.

Via email von Bluelectric ePost