Ins Notizbuch brüllen

Wenn wir uns mal eben in das Jahr 1985 begeben wollten, in den Sommer, in dem ich meinen ersten PC kaufte (eine Schneider Joyce, die ich nie wirklich verstanden habe), dann sähe, was ich heute mit Facebook mache, ungefähr wie folgt aus:

Alle paar Stunden nähme ich mein Notiz- und Adressbuch, klappte es auf und schriebe (oder schriee) hinein, was mir in einem ganz anderen Zusammenhang eingefallen wäre.

Weird. Und doch ist es so: Facebook ist für mich einerseits ein ständig wachsendes Verzeichnis von Leuten, mit denen ich, nuja, befreundet bin. Andererseits poste ich dort automatisch, was mir hier und da so einfällt, und schreibe anderen so die Nachrichtenseite voll. Die von vielen so gern genutzten Kommunikationsmöglichkeiten im Facebook sind nicht so mein Ding; wenn mich jemand auf Facebook anspricht/anschreibt, antworte ich gerne und unauffällig per Mail an die (meist) angegebene Mailadresse und habe so wieder einen Mitmenschen auf den Pfad der Tugend zurückgeführt. Und was Facebook mir an sog. Nachrichten in der Timeline serviert, erfahre ich auch aus Guglrieder, Guglbutz und Twitter. Diejenigen unter meinen Facebookfreunden, die diese Kanäle nicht nutzen, posten auch sonst eher wenig.

Ich nutze also Facebook weniger als Sozialplattform, sondern vor allem als – Überraschung! – facebook, wie es das auch schon vor Zuckerberg I. an amerikanischen Unis gab. Und Sie? Äh, du?