Impfluencer

Impfen gegangen. Genauer: boostern lassen gegangen. Zum Hausarzt. An der Praxistür ein Aushang, man sei inzwischen bis Ende Februar mit Boosterimpfterminen ausgebucht, incl. einem nicht klickbaren Link zum nächsten Impfzentrum. Glück gehabt: Ich habe einen Termin. Und keine Wartezeit. Dabei regnet es nicht einmal.

In der Praxis ein Arzt (mein Hausarzt), der fröhlich wie ein gutgelaunter Kantinenwirt durch den Flur ruft: „Heute gibt’s BioNTech!“ Dann eben keine Kreuzimpfung, dafür Stützung der heimischen Wirtschaft und Forschung. Wenn mir doch nur einer vor zwei Jahren den Tipp gegeben hätte, in ein kleines Mainzer Unternehmen zu investieren (und wenn ich damals doch nur was zum Investieren gehabt hätte)!

Die Sache wird zur Routine. Für den Doktor sowieso, der macht seit Monaten an Nachmittagen nichts anderes. Aber auch für mich: rein, pieks, raus. Im Wartezimmer gleich das Zertifikat einscannen, fünf Minuten Wartezeit, dann nach Hause. Jetzt tut mir der Arm weh, aber auch nicht mehr als im April und im Juni. Und wenn ich jetzt in meiner Twitter-Timeline Neues aus der Wichswichtelszene aus der Querwichserszene aus Südwestdeutschland über Immernochimpfverweigerer lese, wird mir der Kopf auch wehtun. Deshalb lasse ich es.

Mist. Vergessen, schon mal einen Termin für den nächsten Sommer zu machen.

Nachtrag, nachdem ich nicht in Twitter, sondern in den SParGEL geguckt habe: Lauterbach schlägt nach Inventur Alarm – Zu wenig Impfstoff für Boosterkampagne. Na super.