Ich packe meinen Koffer – #rp17 edition

Tickets zur re:publica

Ausgedruckt ist ausgedruckt: Tickets zur re:publica

Früher war mehr Checkliste. Regelmäßig schrieben andere (unregelmäßig auch ich), was sie alles für die Reise zur jährlichen re:publica einpackten, um auch ja nichts vergessen zu haben. Diese Texte las ich immer gerne – mit der gewissen Überheblichkeit der Ureinwohner, die das nicht brauchten: Wenn ich wirklich was vergessen hatte, war es immer nur eine kurze U-Bahnfahrt nach Hause, und das Problem war abgestellt. Das ist in diesem Jahr anders: Was ich morgen vormittag nicht im Koffer habe, habe ich auf der re:publica nicht dabei.

Weniger = mehr

Bisher war ich auf einer re:publica zuverlässig daran zu erkennen, dass ich zwischen den Sessions in einer Ecke mit Chromebook, Funkquatsche und Digiknipse (und den dazugehörigen Ladeteilen!) herumfuhrwerkte. Damit fütterte ich über die Jahre die diversen Inkarnationen meines Blogs. Und jetzt tut es mir fast leid, dass ich im Januar den großen Schnitt gemacht habe und jetzt nix verlinken kann. Vielleicht sollte ich doch die alten Texte wieder hochladen?

Schon im letzten Beitrag habe ich auf Sven Dietrichs Checkliste verlinkt. Denn er schreibt darin Sätze wie:

Ein Laptop braucht kein Mensch auf der Re:publica, es sei denn, du arbeitest, aber dann ist es noch schlimmer, denn du musst permanent auf die Hardware aufpassen.

Angst, beklaut zu werden, hatte ich eigentlich nie auf der re:publica. Aber vielleicht habe ich mich bisher auch zu sehr auf meinen bärbeißigen (mit Betonung auf “beißig”) Gesichtsausdruck verlassen. Ich hatte ohnehin schon im letzten Jahr mein Chromebook dabei, das leichter und weniger empfindlich als andere Laptops ist. Aber auch ein leichtes Gerät im Rucksack ist ein Gerät, das man im Rucksack herumschleppt.

Nun fahre ich, um auf das Dietrich-Zitat zurückzukommen, auf Kosten meines Arbeitgebers zur r:p, bin also, streng genommen, zum Arbeiten da. Ich habe aber keinen konkreten Auftrag zur Berichterstattung (dazu sind Berliner Kollegen am Ort), sondern soll vor allem Augen und Ohren nach Themen und Gesprächspartnern offenhalten, die in der Zukunft einen eigenen Beitrag wert wären. Ich werde also am Montagmorgen das Risiko eingehen, den Laptop im Hotel zu lassen und ohne ihn zur Station Berlin zu fahren. Bei evtl. trotzdem aufkommender Berichterstattung werde ich mich erstmals ganz auf die Funkquatsche zu beschränken. Und wenn ich dann tränenreich an mein Riesen-Samsung zurückdenke, das ich für das erheblich handlichere, aber eben auch kleinere iPhone SE eingetauscht habe… Nun ja.

Power to the People!

Den wirklichen Aha-Effekt hatte ich, als ich bei Sven Dietrich den Absatz zum Dauerthema “Mein Akku ist alle” las – richtig: die Powerbank! Wenn ich alles – Bloggen, Fotografieren, Audio- oder sogar Videoaufnahmen und möglicherweise sogar für die DW schreiben – mit dem Handy machen wollte, würde auch der respektable Akku des SE schnell die Biege machen. Anders als viele andere Dinge hatte ich den Akkupack beim Auspacken nach dem Umzug tatsächlich wiedergefunden – und gestern festgestellt, dass er nach fünf oder sechs Jahren Gebrauch den Geist aufgegeben hatte. Und jetzt darf Amazon beweisen, wie sie es mit der next day delivery in Bonn halten. Update: Um 19:00 lag das Päckchen in der Packstation. Oder wir sehen uns am Montagmorgen vor der opening keynote bei Saturn wieder.

Planwirtschaft

Aber sicher habe ich mir einen Plan der Sessions incl. möglicher Ersatzsessions zusammengeklickt (und in meinen dienstlichen Kalender importiert), die ich besuchen will. Erfahrene Besucher der re:publica wissen: Es ist gut, einen Plan zu haben. Sich daran zu halten, ist optional (Das gilt natürlich nicht für die bereits vereinbarten Gesprächstermine!).

Drucksache

Weiter in der Checkliste: Tickets ausgedruckt – check. Ausgedruckt? Ausgedruckt. Weil mein Arbeitgeber bezahlt, will er bei der Abrechnung auch ein abgeknipstes Bahnticket sehen. Wenn ich schon mal beim Drucken bin, kann ich auch die Eintrittskarte ausdrucken. Weil es geht™. Und weil ich bei aller Technik-Abgebrühtheit immer noch staunend davor stehe, wenn ein Lesegerät einen QR-Code erfolgreich von einer spiegelnden und fingerabdruckverschmierten Oberfläche abliest. Welcome to 2017.

Und sonst noch? Das Packen für Kurzreisen gehört seit mehr als zwanzig Jahren zu meinen meist beruflich bedingten Routinen. Und auch wenn es gesundheitsbedingt in den letzten zwei Jahren erheblich weniger Reisen waren, denke ich doch, dass die Routine noch fest genug sitzt und nicht durch Einträge in die Checkliste gestützt werden muss. Nur ein Punkt noch: Ich habe nach 14 Jahren kein BVG-Umweltticket mehr – also: Fahrschein lösen! Zum Glück gibt es auch dafür eine App.