Ich, Marke

Basic, Robert, ist das eine: ein Mann, der die zufällige Übereinstimmung seines Nachnamens mit dem englischen Wort „basic“ ausnutzen konnte, um eine einprägsame Marke zu schaffen, die er nach Jahren fleissigen Bloggens jetzt zu Geld macht.

Die vielen, die jetzt ihre Nicknames abwerfen (z. B. ihre Twitter-Usernamen) und plötzlich ganz bürgerlich, womöglich sogar mit Vor- und Nachnamen auftreten, sind das andere: Jetzt soll der eigene Name zur Marke werden.

„On the Internet, nobody knows you’re a dog.“

Deshalb, und weil kaum jemand findet, dass sich dieser Name da im Bundespersonalausweis sonderlich sexy anhört, war das Netz auch vor dem Beginn von Second Life schon voller Phantasiefiguren, die mit ihren realen Gegenstücken zuwenigst den Namen gemeinsam hatten. Bekenne mich durchaus schuldig im Sinne der Selbstanklage.

Was aber, wenn einer gezwungen wäre (geplant oder auch nicht), aus seiner Online-Identität Gewinn zu ziehen? Zwischen der (ohnehin falsch eingeschätzten) Coolness eines angenommenen Namens und der Seriosität eines Geschäftsmodells liegen oft abgründige Abgründe. „bluelectric“ spielt hier in einer Seriositätsklasse mit Angeboten wie „Modern Talking“, machen wir uns nix vor.

Die Stars im Netz 2.0 treten unter eigenem Namen auf. Und sie halten ihre Marke quer durch die Plattformen – mehr oder weniger – durch, der Wiedererkennbarkeit wegen. Der Name ist Marke, nicht umgekehrt. Und Basic hat einfach Glück gehabt.

Wird vielleicht doch Zeit, die ganzen Accounts mal umzubenennen.